Zucchetti und Peperoni eingepackt? Dann kann es ja losgehen mit der Wanderung zur einzigen SAC-Hütte im Schweizer Nationalpark. Wer den dreieinhalbstündigen Aufstieg von Zernez aus in Angriff nimmt, entdeckt schon nach wenigen Schritten einen Kühlschrank am Wegrand. Das darin gelagerte Gemüse wartet sehnlichst auf eine Mitlaufgelegenheit. Wer die zusätzlichen Kilos im Rucksack auf sich nimmt, darf oben in der Hütte nicht nur stolz sein, sondern auch sein grünes Gewissen besänftigen. Denn die Lebensmittel sind nicht zum Spass im Kühlschrank eingelagert, sondern werden in der Hüttenküche bereits erwartet, um den Gästen ein reichhaltiges Abendessen zu zaubern. Dank der knapp drei Tonnen Gemüse, die jährlich auf diese Weise auf rund 1'900 Meter über Meer getragen werden, kann das Hüttenteam pro Saison auf mehrere Helikopterflüge verzichten. Das spart nicht nur Kosten, sondern hat auch einen erheblichen Einfluss auf die Ökobilanz der Hütte. Denn rund ein Drittel der CO₂-Emissionen von SAC-Hütten entsteht im Durchschnitt durch Helikopter-Transportflüge.

Nicht alle Berghütten sind jedoch auf solche Flüge angewiesen. Es gibt immer noch viele unbewartete Hütten, in denen die Gäste ihr Essen nach wie vor selbst den Berg hochtragen. Die meisten bewarteten Hütten sind jedoch auf eine attraktive Speisekarte angewiesen, da sie vom Konsum ihrer Gäste leben. Die einfachste Lösung scheint also, auf die Muskelkraft und Freiwilligkeit der Gäste zu zählen.