Steckbrief
Wissenschaftliche Bezeichnung: Charmosyna papou stellae
Unterarten: vier Unterarten, Charmosyna papou papou (Nominatform), Stella-Papualori (Charmosyna papou stellae), Mount-Goliath-Papualori (Charmosyna papou goliathina), Wahnes Papualori (Charmosyna papou wahnesi)
Herkunft: Berge Südost-Neuguineas
Grösse: 45 Zentimeter
Wildfarbe: Leuchtendes Rot an Brust und Kopf, grüne Flügeldecken, Unterbauch schwarz, schwarze Zügel, bläulicher Hinterkopf und Bürzel, korallenroter Schnabel und ebensolche Füsse. Bei der melanistischen Form ist das Rot durch Schwarz ersetzt. Es handelt sich um die gleiche Art, jedoch um eine dunkle Morphe. 
Mutationen: keine
Geschlechtsunterschiede: Weibchen haben einen gelben Bürzel. 
Ringgrösse: 5,5 mm
Lebenserwartung: 15 bis 20 Jahre
Platzansprüche: Voliere von ca. 2 x 1,5 x 2 Meter 
Ausstattung: Natürliche Äste, Badegelegenheit.
Stimme: dezentes, hohes Kreischen
Haltung: paarweise

 

Herkunft und Geschichte

Zu Beginn des 20. Jahrhundert kamen Stella-Papualoris nach Grossbritannien. Erst wieder zu Beginn der 70er Jahre gab es Importe. Stella-Papualoris wurden 1910 erstmals in England gezüchtet. Die Nominatform, also Papualoris, gelangten erstmalig 1976 nach Europa in den Vogelpark Walsrode sowie in die Wilhelma nach Stuttgart und nach England. 

Die Loris leben in Bergwäldern der Insel Neuguinea und erleben dort des Nachts durchaus kühle Temperaturen um 10 °C. Die Temperaturdifferenz zwischen Tag und Nacht beträgt um die 20 °C. Das Verbreitungsgebiet kann bis in eine Höhe von 3900 Meter über dem Meeresspiegel reichen. In den Tropen reicht die Baumgrenze weitaus höher, als in der gemässigten Zone, so dass auch auf 3900 Meter noch eine gedrungene Wuchsform an Vegetation vorherrscht. Aufgrund der häufigen Niederschläge sind die Äste voller Moose und Farne. 

Eignung als Heimtier

Stella-Papualoris eignen sich kaum zur Haltung in der Wohnung, sondern sie sollten in einer Volierenanlage gepflegt werden. Aufgrund der besonderen Ernährung sind ihre Ausscheidungen dünnflüssig. Daran muss vor dem Bau der Anlage gedacht werden, denn sie sollte leicht zu reinigen sein. 

Erwerb

Stella-Papualoris sind Raritäten, doch es gibt spezialisierte Züchter, die in Vogelvereinen und Verbänden zu finden sind. An der alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellung des Sing- und Ziervogelvereins Sursee (SZV Sursee) waren in der Vergangenheit regelmässig Stella-Papualoris zu sehen, teilweise sogar die melanistische Form. Sie gehören dem versierten Züchter Hanspeter Hofstetter aus Nebikon (LU). 

Ernährung und Pflege

Loris gehören zu den Papageien, doch ihre Ernährung ist völlig anders als diejenige der meisten übrigen Vertreter. Loris nehmen kaum Körner zu sich, sondern ernähren sich lediglich von Nektar, Blütenpollen und Früchten. Manche Lorizüchter verwenden kommerziell erwerbbare Lorifuttermischungen, die mit warmem Wasser angerührt werden. Viele Züchterinnen und Züchter aber stellen es selbst zusammen, so beispielsweise auch Hanspeter Hofstetter, der Stella-Papualoris züchtet. Die Herstellung des Nektarfutters ist ein komplexer Vorgang, denn es besteht aus Haferschleimmehl, Pollen, dem Mineralpulver Totalin, Bierhefe, Spirulina-Algen und Nekton MSA. Hofstetter mischt zwei Deziliter warmes Wasser mit zwei Suppenlöffeln dieses Futters für fünf Loris an und gibt noch ein Multivitaminpräparat hinzu. Zusätzlich offeriert er Honig mit Weinbeeren, Nutri Bird Pellets und ein Trocken-Weichfutter. Als Delikatesse reicht er Löffelbiskuits.Trauben, Mandarinen und Orangen werden für die tropischen Feinschmecker auf Äste aufgespiesst. Auch Zuckermais mögen die Stella-Papualoris. 

Stella-Papualoris baden lieber in einer Schale, als dass sie sich abregnen lassen. Sie nesteln sehr gerne an gelber Weide herum, benagen die weiche Rinde, knipsen die Blätter ab. Die Loris sind grosse Persönlichkeiten und kennen ihren Pfleger genau. Sie sind neugierig und nicht scheu. 

Zucht

Die Loris legen während des ganzen Jahres. Meist werden zwei Eier in einen Nistkasten gelegt, der mit Maisgranulat oder Sägespänen gefüllt ist. Der Legeabstand beträgt ein bis zwei Tage. Die Eier werden 21 Tage lang bebrütet. Die Aufzuchtszeit dauert etwa zweieinhalb Monate. Etwa drei Wochen nach dem Ausfliegen sind die Jungen selbständig. 

Lustig

Die Stella-Papualoris haben ein eigentümliches, reizvolles Verhalten. Sie bewegen sich hüpfend und mit ruckartigen Bewegungen fort, besonders wenn man ihnen gegenüber steht, sie anspricht oder in ihrer Voliere hantiert. 

Namensgebung

Der Dresdner Museumsdirektor Dr. Adolf Bernhard Meyer widmete die wissenschaftliche Unterartbezeichnung stellae der Baronesse Stella von Erggelet. Meyer reiste von 1870 bis 1873 in den Malaiischen Archipel und nach Neuguinea. Die Nominatform wurde 1786 durch Conte Giovanni Antonio Scopoli in die Wissenschaft eingeführt. Die Gattungsbezeichnung Charmosyna geht auf das Griechische zurück und bedeutet so viel wie lieblich, reizend, wonnig. Die Artbezeichnung hat geographischen Bezug. 

Besonderheit

Der Stella-Papualori hat eine melanistische Form, das heisst eine dunkle Farbmorphe. Das ist etwas Spezielles im Tierreich. Es handelt sich dabei nicht um eine eigene Art. Bei der melanistischen Form sind die roten Gefiederpartien schwarz gefärbt. Vögel schlüpfen bereits als melanistische Exemplare. Melanismus schützt vor UV-Einstrahlung. Warum es zwei Varianten beim Stella-Papualori gibt, ist nicht klar. Diese Art fällt auch durch ausserordentlich lange Schwanzfedern auf.  

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