Buchenwälder im Tessin und in Solothurn sind neu Weltnaturerbe

Weltnaturerbe
Die alten Buchenwälder auf dem Bettlachstock im solothurnischen Jura und im Val di Lodano im Tessin gehören neu zum Weltnaturerbe. Die Unesco hat sie am Mittwoch mit zehn weiteren Wäldern in Europa in die Liste der bedeutenden alten Buchenwälder Europas aufgenommen.

Wie die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) auf Twitter mitteilte, wurde das transnationale Naturerbe der alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas um mehrere Wälder erweitert. Neben der Schweiz stehen diese in Bosnien-Herzegowina, Tschechien, Frankreich, Italien, Montenegro, Nordmazedonien, Polen, Serbien und der Slowakei.

Insgesamt erstreckt sich das als Weltnaturerbe bezeichnete Gebiet ungestörter Buchenbestände neu über 94 Wälder in 18 Ländern.

Der Solothurner Bettlachstock ist seit 35 Jahren ein kantonales Naturreservat, in dem die natürliche Entwicklung weitgehend unbeeinträchtigt abläuft. Die ältesten Bäume sind mehr als 200 Jahre alt. Im Tessin befinden sich die betreffenden Buchenwälder in Seitenarmen des Maggiatals.

«Ungestörter, komplexer Wald»
Das erweiterte Gebiet sei ein herausragendes Beispiel für relativ ungestörte («undisturbed»), komplexe Wälder der gemässigten Zonen und zeige ein breites Spektrum umfassender ökologischer Muster und Prozesse in reinen und gemischten Beständen der europäischen Buche unter einer Vielzahl von Umweltbedingungen, hiess es in der Begründung der Uno-Organisation mit ihren derzeit 193 Mitgliedsstaaten.

Über die Aufnahme der Schweizer Wälder entschied das Welterbekomitee der Unesco anlässlich einer zweiwöchigen Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzhou. Ihm gehören 108 Mitglieder aus insgesamt 20 Ländern an. Sie beraten über die Auszeichnung bedeutender Kultur- und Naturstätten in der Welt. Insgesamt standen rund 40 Nominierungen zur Entscheidung über eine Aufnahme in die Welterbeliste an.

Die Solothurner und Tessiner Buchenwälder sind die vierte Unesco-Weltnaturerbestätte in der Schweiz. Bereits dazu gehörte die Region Jungfrau-Aletsch in den Alpen, die Tektonikarena Sardona in St. Gallen, Glarus und Graubünden sowie die Versteinerungen am Monte San Giorgio im Tessin. 

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