Gemeinden stimmen über grössten Naturpark der Alpen ab

Blick auf die Falknistürm

Der Rätikon – hier mit Blick auf die Falknistürm – soll zu einem Naturpark werden. Ob sie mitmachen wollen oder nicht, können alle Gemeinden selber entscheiden.

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Rätikon
Der Internationale Naturpark Rätikon befindet sich auf der Zielgeraden. In den Prättigauer Gemeinden kommt das Projekt bald zur Abstimmung – sie können entscheiden, ob sie mitmachen wollen oder nicht.

Anfang März nächsten Jahres stimmen die zehn Prättigauer Gemeinden über das Vorhaben ab. Bei einer Zustimmung soll der Naturpark ab 2022 umgesetzt werden, wie das Büro der Regionalentwicklung Prättigau/Davos am Mittwoch kommunizierte. Die Urnenabstimmung am 7. März nächsten Jahres in Klosters-Serneus soll den Schlusspunkt setzen.

Die notwendigen Beschlüsse in den anderen neun Prättigauer Gemeinden sollen nach Möglichkeit unmittelbar vorher fallen, an zeitgleich stattfindenden Gemeindeversammlungen am 5. März. Das Verfahren geht so: Stimmt eine Gemeinde mit Ja, dann ist sie mit dem ganzen Gemeindegebiet dabei, bei einem Nein eben nicht.

Mit dabei oder eben nicht
Eine Gemeinde könne somit nicht von einer anderen überstimmt werden. Das Gesamtresultat sei nicht massgebend, schrieb das Regionalentwicklungs-Büro. Nach Zustimmung der Gemeinden, des Kantons und des Bundes soll der Naturpark für vorerst drei Jahre errichtet werden. Für einen definitiven Betrieb von 2025 bis 2034 wäre erneut die Zustimmung der Prättigauer Gemeinden nötig.

In das internationale Parkprojekt eingebunden sind neben den zehn Gemeinden auf Bündner Seite alle elf Gemeinden des Fürstentums Liechtenstein sowie neun Gemeinden im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Die total 30 Gemeinden weisen zusammen eine Fläche von 1100 Quadratkilometern auf. Machen alle mit, wäre der Internationale Naturpark Rätikon der grösste im Alpenraum, wie das Prättigauer Regionalentwicklungs-Büro festhält.

Land der Pärke
In Liechtenstein und in Vorarlberg sind andere Vorgaben für die Umsetzung massgebend. Volksabstimmungen seien nicht erforderlich und die Prozesse kürzer, hiess es. In Vorarlberg werde der Managementplan erst nach den Kommunalwahlen im September in Angriff genommen. Im Fürstentum Liechtenstein sei der Abschluss der Arbeiten wie in der Schweiz in den nächsten Monaten geplant.

Bei einer Umsetzung des Projekts würde der Kanton Graubünden den Ruf als Land der Naturpärke festigen. Im flächenmässig grössten Kanton liegt nicht nur der Schweizer Nationalpark. In Mittelbünden finden sich zudem der Naturpark Beverin und der Parc Ela, im Süden der Parco Val Calanca und im Münstertal die Biosfera Val Müstair.

Anders als beim Nationalpark entsteht bei einem Regionalen Naturpark aber kein neues Naturschutzgebiet. So heisst es auf der Website des Naturparks Rätikon: «In einem Naturpark gelten keine neuen Gesetze und Verordnungen, auch ergeben sich keine Veränderungen für Landwirtschaft, Alpen, Jagd, Forst, Wanderwege und so weiter. Bestehende Regelungen gelten weiterhin.» Der Mehrwert bestehe in einer gemeinsamen Grundhaltung der beteiligten Gemeinenden und einer angestrebten nachhaltigen Entwicklung.

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