Wurmkompostierung
Wurmkiste selber bauen: Schritt-für-Schritt Anleitung für nachhaltige Kompostierung
Mit einer Wurmkiste entsteht aus Küchenabfällen hochwertiger Wurmhumus, der das Bodenleben aktiviert und Pflanzen langfristig stärkt. Das System ist einfach zu bauen und liefert natürlichen Dünger direkt aus dem eigenen Haushalt.
Küchenabfälle müssen nicht im Müll landen, sondern können in einer Wurmkiste direkt in wertvollen Humus umgewandelt werden. So entsteht ein geschlossener Kreislauf, in dem organische Reste durch Kompostwürmer zu nährstoffreicher Wurmerde verarbeitet werden. Bei stabilen Bedingungen mit ausreichender Belüftung und gleichmässiger Feuchtigkeit funktioniert dieser Prozess zuverlässig und geruchsarm.
Die folgende Konstruktion einer Wurmkiste ist bewusst einfach gehalten: Sie besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Kammern aus Holz, die durch ein Trenngitter miteinander verbunden sind. Dieses System ermöglicht einen kontinuierlichen Ablauf der Kompostierung. Während eine Kammer befüllt wird, arbeitet die andere bereits an der Zersetzung des Materials. Ist eine Seite weitgehend verarbeitet, wird die Fütterung in die zweite Kammer verlagert. Die Würmer wechseln dabei selbstständig durch das Gitter zur neuen Futterquelle, sodass der fertige Humus in der ersten Kammer in Ruhe ausreifen kann.
Das Ergebnis dieses Prozesses ist Wurmhumus, ein besonders strukturreicher und lebendiger Dünger. Er verbessert die Bodenqualität und unterstützt Zimmerpflanzen indirekt durch ein aktives Bodenleben, das Nährstoffe besser verfügbar macht und die Widerstandskraft der Pflanzen stärkt.
Für den Start reichen 500 Kompostwürmer, etwas Substrat als Einstreu sowie eine kleine Menge organischer Abfälle völlig aus (es können auch deutlich weniger Würmer sein, die Etablierung dauert dann jedoch länger). Wichtig ist ein behutsamer Aufbau des Systems mit anfangs sparsamer Fütterung und regelmässiger Kontrolle der Feuchtigkeit. Ergänzendes Strukturmaterial wie Karton oder Laub sorgt für ein stabiles Gleichgewicht und schafft optimale Bedingungen für die Entwicklung der Wurmkiste.
Das braucht es für eine Wurmkiste:
Kompostwürmer der Art Eisenia fetida oder Eisenia andrei (Achtung: endogäische oder anektische Regenwurmarten überleben nicht in Wurmkisten. Es eigenen sich daher nur Kompostwürmer zur Wurmkompostierung)
Substrat in Form von Laub, Stroh, Pferdemist, Karton etc.
Küchenabfälle (Achtung: Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch und Zitrusfrüchte nur in kleinen Mengen. Saure, salzige, gekochte und gewürzte Lebensmittelreste sollten nicht in der Wurmkiste landen)
- Für eine Wurmkiste mit ca. 80 × 40 × 44 cm:
4 Holzplatten (80 × 40 × 1,8 cm) für Boden, Deckel, Vorder- und Rückseite
2 Holzplatten (36,4 × 40 × 1,8 cm) für die Seiten
4 Leisten für den Gitterrahmen (2 × 40 cm, 2 × 30,4 cm)
Volierendraht (ca. 39 × 35 cm, Maschenweite ca. 1 cm)
2 Scharniere
2 Bänder
8 kurze Schrauben für die Scharniere
rund 50 Holzschrauben (4,5 × 45 mm) - Werkzeug: Holzbohrer, Schraubenzieher/Akkuschrauber, Tacker oder kleine Nägel für Gitter und Befestigungsbänder
Bauanleitung:
1. Grundkiste bauen
Rückwand auf die Bodenplatte stellen und von unten verschrauben. Anschliessend die beiden Seitenwände befestigen und danach die Frontplatte montieren.
Es empfiehlt sich, die Löcher vorzubohren, damit das Holz nicht splittert. Optional können zusätzlich in jede Ecke der Kiste innen eine Holzleiste zur Stabilisation angebracht werden. Genauso können zusätzlich Rollen an der Unterseite angebracht werden, um die Wurmkiste in der Wohnung einfacher umzuplatzieren.
2. Trenngitter herstellen
Aus den vier kürzeren Leisten einen rechteckigen Rahmen zusammenschrauben. Den Volierendraht auf einer Seite des Rahmens befestigen.
3. Kammern trennen
Den fertigen Gitterrahmen mittig in die Kiste einsetzen. Von aussen durch Vorder- und Rückwand fixieren. So entstehen zwei Kammern, die nebeneinander liegen und durch das Gitter verbunden sind.
4. Deckel montieren
Deckelplatte auflegen und mit den Scharnieren befestigen.
Optional können Befestigungsbänder angebracht werden, damit der Deckel nicht zu weit nach hinten kippt.
Nutzung
Zu Beginn wird nur eine Kammer befüllt und mit Würmern besetzt. Sobald diese voll ist, wird nur noch die zweite Kammer gefüttert. Die Würmer wandern durch das Gitter zur neuen Nahrungsquelle. Aus der ersten Kammer kann anschliessend der fertige Wurmhumus entnommen werden.
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