Imprägnierung ohne PFAS
Nachhaltige Outdoor-Kleidung
Wer gerne und viel draussen unterwegs ist, kommt nicht umhin, sich wetterfeste Ausrüstung zu besorgen. Vor allem für die wasserabweisende Funktion werden jedoch oft zweifelhafte Materialien eingesetzt. Zum Glück gibt es genügend Möglichkeiten, diesen auszuweichen.
Es gehört beinahe zum Nationalstolz der Schweizerinnen und Schweizer, sich für einen Ausflug in die Berge gut auszurüsten: Hohe Bergschuhe, ein Rucksack mit Hüftgurt sowie eine Wind- oder Regenjacke unterscheiden die einheimischen Ausflügler nicht selten von internationalen Reisegruppen, die manchmal mit zu optimistischen Outfits vom rauen Bergwetter überrascht werden.
Wer jedoch mit mittel- oder nordeuropäischen Schlechtwetterperioden aufgewachsen ist, kann sich ein Leben ohne wasserabweisende Jacke kaum vorstellen. Und seit Freizeitaktivitäten in der Natur immer beliebter werden, bleibt es oft nicht mehr bei einer Regenjacke. Ausgeklügelte Technologien – angepasst an die verschiedenen Sportarten – verleiten dazu, für jede Aktivität spezielle, funktionale Kleidung zu kaufen. Die Krux dabei: Viele dieser Materialien beinhalten Stoffe, die früher oder später für unsere Natur und uns selbst zum Problem werden.
Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS) etwa sind schon lange für ihre wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften bekannt. Sie finden bis heute Verwendung in Pfannen, Backpapier, Shampoos und eben auch in der Outdoor-Ausrüstung. Diese sogenannten Ewigkeitschemikalien gelangen bereits während der Produktion, aber auch durch Abrieb, Verschleiss und beim Waschen in die Umwelt. Da sie sich nicht abbauen, reichern sie sich in Tieren und Menschen an und können dort gesundheitliche Probleme verursachen. Viele Outdoor-Marken verzichten deshalb zunehmend auf PFAS-Chemikalien. Zu den Vorreitern zählen Marken wie die Schweizer Marke Rotauf, sowie Patagonia oder Vaude. Immer mehr Hersteller setzen ausser-dem auf Recycling-Materialien und Reparaturdienste, um die Lebensdauer der beliebten Funktionskleidung zu verlängern.
Zurück zu Naturmaterialien?
Der grösste Teil der Outdoor-Kleidung bleibt dennoch synthetisch. Dies bedeutet, dass sie ihr Leben lang Mikroplastik an die Umwelt abgibt. Besonders extrem ist das bei Fleece-Stoffen aufgrund ihrer losen Textur. Immerhin ein bisschen Gegensteuer kann man hier geben mit speziellen Netzen, die während des Waschgangs Mikroplastik auffangen. Viele wagen jedoch lieber den Schritt zurück zu organischen Materialien wie Wolle. Naturfasern sind in der Regel atmungsaktiver und deshalb angenehmer zu tragen. Doch selbst mit zusätzlichen Imprägnierschichten, etwa aus Bienenwachs, ist ihr Witterungsschutz begrenzt. Wer nicht stundenlang im Regen unterwegs ist, sollte allerdings damit klarkommen.
Der umweltfreundlichste Kauf bleibt derjenige, den wir verhindern können. Wenn es also eine neue Jacke sein muss, dann am besten eine, die möglichst vielfältig einsetzbar ist, lange hält und eben PFAS-frei ist. Das Tüpfelchen auf dem i sind wie so oft regionale Materialien aus tierfreundlicher Haltung.
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