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Kurswechsel beim Elefantenreiten in Knies Kinderzoo in Rapperswil-Jona

Ab 2026 ist es vorbei mit dem Elefantenreiten in Knies Kinderzoo in Rapperswil-Jona. Doch keine Sorge: Den sensiblen Dickhäutern kommt weiterhin eine tragende Rolle zu.

Wenn die 41-jährige Sabu keine Lust hat, Menschen auf ihrem Rücken durch den Zoo zu tragen, schüttelt sie ihren fünf Tonnen schweren Körper. «Unsere Elefanten zeigen uns sehr klar, wenn ihnen der Sinn nicht nach Reiten steht», sagt Sven Fässler, Leiter Tierbereich. Dieses Schütteln werde ernst genommen und wenig motivierten Dickhäutern eine Pause eingestanden. Doch die grauen Riesen, die in Knies Kinderzoo im Moment dreimal täglich das Reiten bestreiten, sträuben sich selten gegen den Sattel, auf dem maximal fünf Leute Platz nehmen können. «Diese Beschäftigung gibt ihrem Tag auch Struktur und sorgt für Interaktionen mit Menschen», so Fässler.

Priorität Tierwohl

Das Reiten auf den asiatischen Elefanten ist so alt wie der Zoo selbst. Doch mit dem im Jahr 1962 lancierten Angebot soll jetzt definitiv Schluss sein: Im vergangenen April hat der Zoo mitgeteilt, dass es Ende Jahr eingestellt wird. Der Entscheid sei in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm getroffen worden.

«Wir wollen ein moderner Zoo sein und eine zeitgemässe Tierhaltung garantieren», argumentiert Sven Fässler. Wie genau diese Weiterentwicklung aussieht, wird derzeit hinter den Kulissen diskutiert. Der Chef-Tierpfleger verrät nur so viel: Interaktionen zwischen Besuchenden und Elefanten werden auch in Zukunft stattfinden, neu jedoch in geschütztem Kontakt. Will heissen: Statt dem Reiten werden naturnahe Erlebnisse geschaffen – beispielsweise im Rahmen von kommentierten Fütterungen, bei denen das Publikum über die Bedürfnisse der sensiblen Dickhäuter, welche über 60 Jahre alt werden können, informiert wird.

Wildtier bleibt Wildtier

In den 63 Jahren, in denen der Zoo das Reiten durchgeführt hat, ist es nie zu Zwischenfällen gekommen. Keine Selbstverständlichkeit: «Elefanten sind zwar friedliche, sanfte Tiere, aber eben auch Wildtiere. Es ist wichtig, ihre Warnsignale wahrzunehmen», erklärt Fässler. Deshalb wird während des Reitens jeder Elefant von einem Tierpfleger begleitet, welcher das Tier seit vielen Jahren kennt und dessen Signale zu deuten weiss. Beim Circus Knie selbst sind die grauen Riesen seit rund zehn Jahren nicht mehr Teil des Programms, obwohl ihr Auftritt seit den 1920er-Jahren eines seiner wichtigsten Markenzeichen war.

Tierschutzorganisationen begrüssen den jüngsten Schritt des Zoos. «Elefantenreiten mag vielen als Erlebnis erscheinen, ist aber für die Tiere mit erheblichem Stress und Zwang verbunden. Elefanten sind keine Attraktion und dienen nicht unserer Unterhaltung», schreibt die Stiftung Tier im Recht in ihrer Reaktion.

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