Agroscope-Studie: Einsatz von Pestiziden abnehmend

Traktor sprüht Pestizide

Gründe für die Abnahme der PSM sind veränderte Zulassungen, Zunahme von Bio- und Extenso-Bewirtschaftungen und eine Abnahme des Getreideanbaus.

ji/LID

Pestizide
Die Agroscope hat eine Studie zum Einsatz und Risiko von Pflanzenschutzmitteln herausgegeben. Fazit: Pflanzenschutzmittel wurden in den letzten Jahren weniger eingesetzt, doch nicht nur die Menge bestimmt das Risiko für die Umwelt.

Die Forschungsanstalt Agroscope hat in einer Studie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) im Feldbau und das Risikopotential für Oberflächengewässer in den letzten zehn Jahren analysiert. Seit 2009 erfassen dafür 300 Schweizer Betriebe ihre PSM-Einsätze pro Kultur. Daraus wurde der schweizweite PSM-Einsatz pro Kultur hochgerechnet. Mit einem Model liessen sich die Risiken für Oberflächengewässer berechnen.

Die Ergebnisse zeigen folgendes:

  • Zwischen 2009 und 2018 sind im Feldbau 328 bis 476 Tonnen Herbizide pro Jahr eingesetzt worden. Der Einsatz sank zwischen 2012 und 2018 um knapp 31 Prozent.
  • 99 bis 146 Tonnen Fungizide pro Jahr wurden eingesetzt, der Einsatz sank zwischen 2009 und 2018 um 27 Prozent.
  • Insektizide (Paraffinöl exklusive) sind häufig in viel kleineren Dosierungen als Herbizide und Fungizide wirksam und deshalb in viel kleineren Mengen eingesetzt worden. Der Einsatz schwankte ohne eindeutigen Trend.
  • Die flächengewichteten Risikopotentiale sind bei Herbiziden am grössten, gefolgt von den Insektiziden und zuletzt den Fungiziden.
  • Auflagen zur Risikominderung, die mit der Zulassung von PSM einhergehen, verringern das Risikopotential für Oberflächengewässer deutlich. Ohne Berücksichtigung der Auflagen nehmen die Risikopotentiale bei Fungiziden ab, bei Insektiziden zu und bei Herbiziden gibt es keine grossen Veränderungen.
  • Das Risikopotential für Oberflächengewässer hängt nicht direkt mit der eingesetzten Menge zusammen. Risikodominierende Wirkstoffe können trotz geringerem Einsatz ein grösseres Risikopotential haben als solche, die risikoärmer sind.

Die Studie zieht das Fazit, dass gezielte Unterstützung für den Einsatz von risikoärmeren Mitteln einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Risikopotentials leisten können.

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