«Homöopathie wirkt auch bei Pflanzen»

Globuli_verschutteln.jpg
«Pflanzen sind lebendige Organismen.», sagt Heinz Weder.
zVg Weder
Natur
Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Heinz Weder leidenschaftlich mit klassischer Homöopathie. Er wendet die Behandlungsmethode nicht nur bei Mensch und Tier an, sondern sogar bei Pflanzen.

Mit Globuli die Rosen aufpäppeln. Mit Tröpfchen die kranke Gartenhecke retten. Das geht. Dessen ist sich der Homöopath Heinz Weder aus Speicher AR ganz sicher. «Ich glaube nicht daran – denn glauben heisst, nicht sicher wissen. Ich weiss es. Allerdings auch zu meinem eigenen Erstaunen!»

Kritiker kann Weder deshalb verstehen, aber: «Nach unzähligen Versuchen, die ich seit 1995 an Pflanzen durchgeführt habe, bin ich mir der Wirkung ganz sicher.» Er selber habe noch nie ein Lebewesen geheilt. Mit der homöopathischen Behandlung gebe er aber den entscheidenden Impuls dazu, dass Lebewesen sich selber heilen können. Durch die richtige Arznei, aber auch durch Ausschalten der krank machenden Faktoren. «Und durch die Zeit, die wir uns dazu nehmen.»

Warum Homöopathie nicht nur bei Mensch und Tier, sondern auch bei Pflanzen funktionieren sollte, liegt für den gelernten Drogisten auf der Hand: «Pflanzen sind lebendige Organismen wie Menschen und Tiere. Sie reagieren auf ihre Umwelt mit Symptomen. Auf falsches Nahrungsangebot, unpassende Witterung, Verletzungen. Deshalb reagieren sie auch wie Menschen und Tiere auf homöopathische Mittel.» Bei der Behandlung von Pflanzen versucht er deshalb die Arbeitsweise der ursprünglichen Homöopathie einzuhalten. «Tiere und Pflanzen bestehen, wie wir Menschen auch, hauptsächlich aus Lebensenergie, Wasser, Stickstoff, Kohlenstoff und Mineralien.» Physikalisch gesehen funktionierten die Systeme ähnlich. Die Blätter seien die Atmungsorgane, die Wurzel der Darm.  

Unmögliches möglich machen
Um eine Diagnose zu stellen, beobachtet Weder und zieht Schlüsse aus den Symptomen – riechbare, tastbare und geschmackliche Veränderungen zum gesunden Zustand – und dem Auslöser. Zur Behandlung sucht der Appenzeller anschliessend das homöopathische Mittel, welches in der Arzneimittelprüfung am gesunden Menschen zu ähnlichen Symptomen führte, wie die Pflanze sie hat. Denn bei allen Lebewesen gilt das homöopathische Prinzip: Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt. Der Naturarzt ist überzeugt: «Lebewesen kommen nicht wegen Krankheitserregern in einen krankhaften Zustand, sondern weil ihre Gesundheitsfaktoren in einem schlechten Zustand sind.» Zu diesen zählen Wasser, Luft, Licht, Nahrung im Boden, Ruhe und Bewegung, Platzbedarf im Umfeld, Pflege und Hygiene, Klima und Wetter. Ist ein Lebewesen nicht mehr fähig, die inneren und äusseren Umstände durch seine Lebensenergie auszugleichen, schwindet diese. Um gesund zu werden, müssen die Bedingungen optimiert werden, dann startet der Selbstheilungsprozess. Damit das Lebewesen gesund bleibt, müssen sie erhalten werden.

Auch heute noch ist Heinz Weder immer wieder erstaunt: «Ich habe keine Ahnung, wie die Mittel konkret wirken. Wir verwenden sie in Verdünnungen, in denen keine Ausgangs-Substanz mehr vorhanden ist.» Man nehme jedoch an, dass die eingesetzten Arzneien dennoch energetisch auf die Lebenskraft einwirkten. Das Faszinierende daran ist für Weder, dass es ihm mit diesen Mitteln immer wieder gelinge scheinbar Unmögliches möglich zu machen. Und das zählt.

Blumen1.png
Apfelbäume, Himbeersträucher oder Rosen können mit Homöopathie behandelt und gestärkt werden.
Bilder: Annamartha/pixelio.de, Steffi Pelz/pixelio.de, w.r.wagner/pixelio.de

Weders Notfallapotheke
Damit Schädlinge überhaupt Schaden anrichten und sich vermehren können, brauchen sie bestimmte Umweltbedingungen. Krank machend und schädlingsfördernd sind beispielsweise mangelhafte Bodenbeschaffenheit, unverträgliche Nachbarschaftspflanzen, Staunässe, Wassermangel, Licht, Schatten, Hitze oder Kälte. Können sie als Ursache ausgeschlossen oder beseitigt werden, kommt die Homöopathie zum Einsatz. Heinz Weder: «Wer selber das richtige Mittel finden will, braucht schon etwas Grundwissen und Übung.» Ergänzt mit praktischen Übungen vermittelt er dieses Grundwissen in Kursen, beispielsweise an landwirtschaftlichen Schulen.

Und wer will, kann bei ihm dann auch Weders Spagyros-Notfallapotheke beziehen. Sieben Substanzen enthält sie und kann ein Segen für Hauspflanzen und Obstgarten sein. Sie ist für den Haus- und Gartengebrauch durch Laien gedacht oder für Behandlungen nach einer fachmännischen Beratung. «Meist berate ich aufgrund telefonischer Anfragen oder per E-Mail. Ich suche nach den Symptomen und Auslösern und finde so die richtigen Globuli», sagt Weder. Besitzt jemand bereits homöopathische Mittel für den Eigengebrauch oder für Tiere, können diese verwendet werden. Ansonsten beinhaltet Weders Notfallapotheke die wichtigsten Mittel.

Die Globuli werden in einer Plastikflasche mit Wasser etwa 10 Mal kräftig geschüttelt, so lösen sie sich auf. Dann kommt der Inhalt in eine Giesskanne mit 10 Liter frischem Wasser. Damit begiesst oder besprüht man Pflanze, Stamm und Wurzelbereich. Um keine gesunden Pflanzen mit der Arznei zu «behandeln», wird die Giesskanne danach mit heissem Wasser ausgespült. Die Globuli direkt in die Erde zu geben ist zwar möglich, das Ergebnis würde aber länger auf sich warten lassen. «Durch das Wasser gelangt das Mittel sofort an viele ‹Nervenendigungen›, meiner Erfahrung nach wirkt es so schneller», erklärt Weder.

Umweltschonende Arzneimittel
Und dann heisst es abwarten. Homöopathie kann sehr schnell wirken, wenn alle Hindernisse aus dem Weg geräumt sind. Mehr als drei Mal hintereinander sollte dieselbe Pflanze nicht mit dem gleichen Mittel behandelt werden. Ihre Lebenskraft hat dann genügend Impulse zur Heilung erhalten. Dass ein homöopathisches Mittel einer Pflanze Schaden zufügen kann, wenn es nicht das richtige ist, hat Heinz Weder bisher nie beobachtet. «Der einzige Schaden kann dadurch verursacht werden, dass man den richtigen Zeitpunkt verpasst, das Richtige zu tun», ist er überzeugt. «Tritt keine Wirkung ein, muss eben eine erneute Diagnose und ein anderes Mittel her.»  

Homöopathie wird seit über 200 Jahren eingesetzt. Substanzen wie Pflanzen, Mineralien, Gifte und sogar Krankheitsprodukte werden verwendet, um einem kranken Lebewesen zu helfen, gesund zu werden. Die Vorteile, gerade auch für den Einsatz im Garten und im Feld, liegen für Heinz Weder auf der Hand: «Für die Herstellung homöopathischer Mittel braucht es sehr wenig Ausgangssubstanzen. Sie führen deshalb nicht zu Boden-, Wasser- und Luftverseuchungen. Homöopathie lehrt die aufmerksamen Anwender ausserdem, in Zusammenhängen zu denken und sorgsamer mit unsere Umwelt umzugehen.» Das sei ein äusserst positiver Nebeneffekt.

Kommentare (5)