Tierversuchsverbot für Kosmetika?

Tierversuche
Sind Tierversuche für Kosmetika verantwortbar? Nein, sagt das EU-Parlament.
Oleksandr Lysenko/Shutterstock
EU-Parlament
Das EU-Parlament fordert ein weltweites Verbot von Tierversuchen für Kosmetika bis 2023. 

Die EU solle eine diplomatische Initiative starten und sich vor allem über die Vereinten Nationen für das Ziel einsetzen, verlangten die Abgeordneten des EU-Parlaments in einer am Donnerstag verabschiedeten Resolution.

In der Europäischen Union selbst ist der Verkauf von Kosmetika, die an Tieren getestet wurden, bereits seit 2013 verboten. Doch seien solche Tierversuche in etwa 80 Prozent der Länder weltweit noch erlaubt, ebenso wie der Verkauf von auf diese Weise getesteten Kosmetika, beklagt die Resolution.

Schlupflöcher sind vorhanden
Ausserdem lasse das EU-Verbot Schlupflöcher, etwa wenn Bestandteile von Kosmetika auch in anderen Produkten wie Arzneien enthalten seien und deshalb eben doch an Tieren ausprobiert werden dürften. Die Resolution mahnt die EU-Institutionen, die Entwicklung alternativer Testmethoden zu unterstützen.

«Tierversuche für Schönheitsprodukte sind indiskutabel» «Es ist nicht hinnehmbar, dass Tiere für Faltencremes oder Lippenstifte leiden sollen», kommentierte die sozialdemokratische Abgeordnete Susanne Melior. «Tierversuche für Schönheitsprodukte sind ethisch völlig indiskutabel.»

Trotz des Kosmetika-Testverbots gibt es in der EU jährlich Millionen Tierversuche für andere Zwecke. Allein in Deutschland wurden nach Regierungsangaben 2016 Tests an 2,8 Millionen Tieren gemacht, vor allem für Arzneien und Heilungsmethoden. Mehr als 665'000 Tiere wurden in dem Jahr getötet, um Organe oder Zellmaterial für Forschung zu entnehmen.

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