Viele Menschen: Zug schickt Aufpasser in die Wälder

Förster laufen durch Wald

Förster und Ranger sollen wegen des grossen Andrangs im Zuger Wald vermehrt zum Rechten sehen.

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Corona-Pandemie
Weil sich wegen Corona viele Menschen in den Zuger Wäldern aufhalten und dies für Flora und Fauna negative Folgen haben könnte, verstärkt der Kanton die Aufsicht. Ziel ist es, dass das Betretungsrecht für Wälder nicht eingeschränkt werden muss.

Die wegen der Coronapandemie erlassenen Einschränkungen haben dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen für Sport und Erholung im Wald aufhalten. So positiv das Interesse und die Freude am Wald sei, so habe das starke Besucheraufkommen auch zur Folge, dass der Wildlebensraum immer kleiner werde sowie störungsanfällige Tiere und Pflanzen unter Druck geraten würden, teilte die Zuger Direktion des Innern am Mittwoch mit.

Die Waldbesucher schufen in den letzten Monaten unkontrolliert neue Trampelpfade und Rastplätze. Auf den populären Wanderwegen kommt es zu «Dichtestress» zwischen Fussgängern, Hundehaltern und Velofahrern. Wegen den eingeschränkten Reisemöglichkeiten sei eine Entspannung nicht in Sicht, hiess es in der Mitteilung.

Der Kanton Zug beauftragte deswegen Forstbetriebe wie etwa Korporationen sowie zwei private Ranger damit, die Gebietsaufsicht zu verstärken. Die Aufsicht hat die Aufgabe, die Waldbesucher zu sensibilisieren und zu lenken, neu entstandene, inoffizielle Wege und Grillstellen zu beseitigen oder auch Tafeln aufzustellen.

Diese Aufsichtspersonen hätten zwar teilweise die Kompetenz, Bussen zu verteilen, erklärte Martin Ziegler, Leiter Amt für Wald und Wild, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es gehe aber vor allem darum, vor Ort zu sein und zu informieren. Ziel sei, dass das Recht der Bevölkerung, Wälder weitgehend frei betreten zu dürfen, zukünftig nicht eingeschränkt werden müsse.

Klare Vergehen wie das Nichteinhalten von Fahrverboten werden gemäss der Mitteilung aber geahndet. Die Aufsicht soll vor allem an den Abenden und Wochenenden mit schönem Wetter verstärkt werden. Das Projekt ist bis Ende Oktober befristet und wird aus dem Sonderkredit für Covid-19-Massnahmen finanziert.

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