Wo der Mensch für Klimaveränderungen verantwortlich ist

Arktis

Auch in den kältesten Regionen der Erde macht sich der Klimawandel bemerkbar: Der Mensch ist dafür verantwortlich. Die Frage, die sich Forschende stellen, ist, ob das auch für die Antarktis gilt.

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Klimawandel
85 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Gebieten, wo die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels bereits spürbar sind. Das betrifft achtzig Prozent der globalen Landfläche, ausschliesslich der Antarktis, wie aus einer gross angelegten Literaturrecherche hervorgeht.

Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass die Auswirkungen des Klimawandels bereits auf der ganzen Welt zu beobachten sind. Seit dem ersten Sachstandbericht des Weltklimarats (IPCC) im Jahr 1990 stieg die Zahl der veröffentlichten Studien, die sich mit damit befassen, um mehr als zwei Grössenordnungen jährlich.

Um diesem Wust an Fachartikeln beizukommen und die Evidenz herauszukristallisieren, führte das Team um Max Callaghan vom Berliner Klimaforschungsinstituts MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) mit Beteiligung der ETH Zürich eine systematische Literaturrecherche mithilfe des maschinellen Lernens durch. So werteten die Forschenden 102'160 Studien aus, die die Auswirkungen des Klimawandels weltweit dokumentieren. Von den Ergebnissen und der erstellten Beweiskarte berichten sie im Fachmagazin «Nature Climate Change».

Beweislücke aufgedeckt
Die Autorinnen und Autoren deckten auch eine Beweislücke auf. Demnach gebe es in Ländern mit hohem Einkommen fast doppelt so viele belastbare Beweise für die vom Menschen verursachten Auswirkungen des Klimawandels wie in Ländern mit niedrigem Einkommen. Dies sei nicht darauf zurückzuführen, dass in diesen Gebieten der anthropogenen Klimawandel keine Spuren hinterlasse, sondern darauf, dass diese Orte weniger intensiv untersucht würden, schreiben die Forschenden.

Der neu gewählte, auf maschinellem Lernen beruhende Ansatz ersetze zwar keine sorgfältige Überprüfung der wissenschaftlichen Literatur durch Expertinnen und Experten, wie sie etwa der Weltklimarat (IPCC) durchführe. Im Zeitalter der «Big Literature» stelle er jedoch eine unschätzbare Ergänzung dar, schliessen die Autoren in ihrer Studie.

 

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