Wohin mit den vielen Äpfeln?

Äpfel
Der Obstbranche haben die vielen Sonnentage eine Grossernte beschert, vor allem im Bereich der Äpfel.
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Obstbranche
Des einen Leid, des anderen Freud: So beunruhigend mancher den langen, heissen und trockenen Sommer fand – in der Obstbranche freut man sich über die satten Erträge. Doch auch diese haben Schattenseiten. 

Hitzerekorde, ausgetrockenete Bäche und niedere Wasserstände: Viel war über den ausserordentlich heissen Sommer zu lesen. Die besorgten Untertöne waren dabei nicht zu übersehen, und damit einhergehend der Appell, sich auf immer heissere und trockenere Sommer in den nächsten Jahren einzustellen. 

Profiteure des heissen Wetters
Es gibt aber auch Profiteure der heissen Monate. Der Obstbranche haben die vielen Sonnentage eine Grossernte beschert. Besonders gut ausgefallen ist der Ertrag an Äpfeln dieses Jahr. Mit mehr als 70'000 Tonnen wird der Lagerbestand laut einer Grafik des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID) mit Stichtag 31. Oktober beziffert. Das sind rund 50 Prozent mehr als 2017 – einem Jahr, das von Frost geprägt war. Und die Menge dürfte sich sogar erhöhen. Denn vielerorts ist die die Ernte noch in vollem Gange. Definitive Zahlen liegen erst Ende November vor.

Abverkauf des Obstes zu niedrigen Preisen
Gewiss ist bis jetzt nur eines: Es wird nicht einfach werden, die vielen Äpfel zu verkaufen, vor allem die Sorten Gala und Golden Delicious, die sich besonders prächtig entwickelt haben. Auf dieses Problem hat der «Schweizer Bauer» bereits Mitte Oktober hingeweiesen. Damals erklärte die Zeitung, dass die Bauern keine andere Möglichkeit hätten, als das Tafelobst zu Schleuderpreisen zu verschachern.

Diese Prognose stützt sich auf eine Aussage von Ralph Gilg, Präsident des Thurgauer Obstverbandes. Gegenüber der «Thurgauer Zeitung» stellte er fest, dass schweizweit im Handel in einem normalen Jahr durchschnittlich rund 100'000 Tonnen einheimische Tafeläpfel verkauft würden. 2018 hingegen fallen nach seiner Rechnung 168'000 Tonnen an. Gemäss Gilg sei man bestrebt, das Tafelobst zu gleichen Teilen an die Industrie oder an Mostereien verkaufen – auch, wenn diese Firmen in der Regel niedere Preise zahlen als der Detailhandel. 

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