Nachhaltiges Hundeleben in sechs Schritten

Hund posiert vor Bergsee
Umweltschutz
Über 1000 Kotbeutel pro Jahr, Futter in Aluminium-Dosen oder Plastiksäcken und Spielzeug aus Kunststoff: Als Hundehalter nachhaltig zu leben ist nicht immer einfach.

1. Kotbeutel umgehen
Mindestens 1000 Kotbeutel pro Jahr benutzt man in der Regel als Hundehalter. Die landen dann in der Müllverbrennungsanlage, da Plastikbeutel mit Hundekot nicht rezyklierbar sind. Eine vermeintliche  Lösung bieten biologisch abbaubare Kotbeutel. Doch auch diese bestehen zu einem grossen Teil aus  Kunststoff und sind in der Herstellung zudem oft aufwendiger. Letztlich landen auch biologisch abbaubare Beutel auf der Müllhalde. Kompostierbare Kotbeutel machen daher nur dann einen Unterschied, wenn man  die schlechte Angewohnheit hat, volle Beutel einfach ins Gebüsch zu schmeissen. Mittlerweile gibt es übrigens auch teure Hundetüten aus rezykliertem Karton. Allerdings soll mit ihnen das Aufheben der  Hinterlassenschaft nur erschwert möglich sein.

2. Auto stehen lassen
Nach Feierabend schnell noch für die Gassirunde in den Wald fahren, am Wochenende zum Wandern oder in die Hundeschule. Das Auto ist zweifelsohne ein bequemes Hundetransportmittel – und daher die zweitwichtigste Stellschraube in Sachen nachhaltiges Leben mit Hund. Autofahrten zu Freizeitzwecken machen laut der Studie des Schweizer esu-Service-Instituts nämlich 17 Prozent der gesamten Belastung durch einen Hund aus. Verzichtet man auf solche Fahrten, spart man rasch 790 Kilo CO2-Äquivalente und mehr pro Jahr ein. Gerade für kürzere Strecken kann das Auto oftmals durch ein Lastenfahrrad, einen Hundeanhänger oder durch ein Körbchen ausgetauscht werden. In der Stadt kann auf ÖV ausgewichen werden. Als autofreie Lösung bietet sich  an, neue Gassistrecken rund um die Wohnung zu erkunden oder vorhandene mit Suchspielen abwechslungsreicher zu gestalten.

3. Futter variieren
Ein mittelgrosser Hund erhöht die Umweltbelastungen einer in der Schweiz lebenden Person im Schnitt um etwa fünf Prozent. Dies ermittelte das Schweizer esu-Service-Institut. Es verglich die Haltung eines Hundes pro Jahr mit der CO2-Emission von 950 Kilo respektive einer Autofahrdistanz über 2828 Kilometer. Der grösste Teil der Belastung entsteht durch die Ernährung – ganze 64 Prozent für die Verfütterung von Nassfutter. Eine angemessene Fütterung würde drohendes Übergewicht verhindern und verringert auch den ökologischen Pfotenabdruck. Als Allesfresser müssen Hunde zudem nicht jeden Tag den Klimakiller Fleisch verzehren. Ab und an eine vegetarische oder vegane Mahlzeit schadet dem Vierbeiner nicht. Zusätzlich kann die Ökobilanz durch den Kauf von regionalen Produkten (kurze Transportwege) optimiert werden. Sogar Fleisch kann man saisonal kaufen. 

4. Gebrauchsartikel hinterfragen
Ein Augenmerk auf die Hunde-Accessoires kann die Ökobilanz des Vierbeiners ebenfalls rasch verbessern. Auch beim Kauf von Leine, Hundebett und Spielzeug sollte daher vermehrt auf eine lokale Fertigung mit regionalen Lieferanten geachtet werden. Zwar sind solche Produkte in der Regel etwas teurer, allerdings sind sie qualitativ hochwertiger und somit länger haltbar. Oftmals genügt bereits das Hinterfragen des Eigenkonsums, um das Leben mit Hund nachhaltiger zu gestalten: Ist ein neues Halsband wirklich notwendig? Braucht es mehr als ein Hundebett? Tut es nicht vielleicht auch ein ausrangiertes Polster oder Kissen? Was braucht der Hund an Spielzeug? Kann man nicht aus einer alten Jeans ein Spielzeug flechten? Würde er nicht lieber spazieren gehen und herumtollen?

5. Müll reduzieren
Wer den Komfort von Fertigfutter geniesst, produziert viel Abfall. Selbst eine Handvoll Leckerlis ist in jeder Menge Plastik verpackt. Die Recyclingquote jedes Verpackungsmaterials herauszufinden ist schwer und das Ergebnis meist ernüchternd. Zwar gibt es gutes Trockenfutter heute auch in 15-Kilo-Papiersäcken. Viel einfacher jedoch ist es, Müll zu reduzieren. Das schont die Klimabilanz der Fellnase. Hierbei bietet sich an, auch mal Essensreste zu verfüttern. Übrig gebliebene Kartoffeln ergeben mit einer alternativen Proteinquelle wie Quark, Frischkäse, Tofu oder gestampften Bohnen, etwas saisonalem Gemüse sowie einem Schuss Pflanzen- und Fischöl eine ausgewogene Mahlzeit. Bleibt Gemüse übrig, kann man das mit Haferflocken als Energielieferant, einer Proteinquelle und Öl gemischt zu gutem Futter vermischen. Leckerlis wiederum können einfach selbst gebacken werden. 

6. Nachhaltig pflegen
Geht es um die korrekte Fellpflege, tappen viel Hundehalter in die Kauffalle. Angesichts der grossen Auswahl an Kämmen, Striegeln, Bürsten und Shampoos ist rasch das Falsche gekauft. Indem sich Hundehalter vorab über den Pflegebedarf ihres Vierbeiners bei einem professionellen Hundesalon informieren, kann der ökologische Pfoten­abdruck verringert werden. Häufig genügen bereits jeweils ein gutes Shampoo sowie ein Utensil. Beides sollten am besten umweltfreundliche Produkte sein. Hier bietet sich lose zu kaufende Hundeseife anstelle von Hunde­shampoos in Plastikflaschen an. Ebenfalls lohnt stets der Blick auf die Produktionsstätte und Zutatenliste, um lange Transportwege, Mikroplastik, Palmöl und bedenkliche Inhaltsstoffe zu vermeiden. Und: Glückliche Besitzer eines Hundepools können das Wasser abends zum Wässern der Pflanzen verwendet, statt es wegzuschütten. 

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