Ackerbegleitpflanzen
Warum der Acker mehr als nur Ertrag braucht
Sie sind die leisen Rückkehrer auf unseren Feldern: Ackerbegleitpflanzen wurden lange als störendes Unkraut verfemt, doch heute gelten sie als Schlüssel für ein stabiles Agrarökosystem. Ein ambitioniertes Projekt im Kanton Zürich und Schaffhausen zeigt nun, dass seltene Arten wie der Blaue Gauchheil oder der Acker-Waldmeister keine Relikte der Vergangenheit sein müssen.
Ohne die Landwirte hätten wir keine Ackerflora in der Schweiz», stellt Jessica Käser unmissverständlich klar. Die Projektleiterin des Ackerflora-Projekts bei «wildform gmbh», gestartet vom Verein Hot Spots, ist keine Theoretikerin, die vom Schreibtisch aus Verordnungen erlässt. Für die Wald- und Landschaftsmanagementexpertin ist der Acker ein hochdynamischer Lebensraum, in welchem Produk-tion und Biodiversität kein Widerspruch sein dürfen. Seit 2018 setzt sie sich dafür ein, dass Pflanzen, die über Jahrtausende den Rhythmus des Pflügens begleitet haben, nicht endgültig aus der Landschaft ver-schwinden.
Der Anstoss für das aktuelle Engagement war ein Weckruf aus einem Ressourcenprojekt des Bundes-amtes für Umwelt (BAFU). Zwischen 2012 und 2017 wurden im Kanton Zürich gezielt ursprüngliche Populationen kartiert. Die Ergebnisse waren zweigeteilt: Einerseits gab es erfreuliche Funde wie den Frühen Roten Zahntrost, andererseits offenbarte die Suche, wie dramatisch es um die Ackerflora…
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