Ein grosser Teil der Agrarrohstoffe der Lidl-Eigenmarken stamme bereits aus nachhaltigen Quellen, schreibt der Detailhändler in einer Medienmitteilung. Nun wolle man in den Bereichen Kakao, Tee, Kaffee und Palmöl handeln, die wegen ihrer Umweltauswirkungen und den grossen Mengen besonders relevant sind.

Kakao und Tee sollen bereits bis Ende 2016 aus 100 Prozent nachhaltigen Quellen mit Zertifikaten wie Fairtrade, Utz, Rainforest Alliance oder Bio stammen. Beim Kaffee gibt sich der Discounter etwas mehr Zeit. Die in der Schweiz hergestellten Kaffeeartikel sollen bis Ende 2017 zu 100 Prozent auf nachhaltigem Kaffee basieren. Bei international produzierten Produkten soll der Grossteils des Kaffees bis 2020 aus nachhaltigen Quellen stammen, da sich aufgrund der grossen Einkaufsvolumen die Umstellung als sehr kompliziert gestalte. Insbesondere die Kaffeekapseln würden so rasch als möglich umgestellt.

Beim Palmöl will Lidl bei der Verwendung für Lebensmittel der Eigenmarken bis Ende 2016 vollständig auf direkt zertifiziertes Palmöl umstellen. Bei den Near-Food-Eigenmarken – zu diesem Bereich zählen unter anderem Körperpflegeprodukte – gibt sich das Unternehmen für die Umstellung bis 2018 Zeit, lässt dabei aber Zertifikate zu, die nicht das tatsächlich verwendete Palmöl klassifizieren, sondern allgemein die Produktion von nachhaltigem Palmöl erhöhen.

Rohfisch nur mit Zertifikat
Weiter will Lidl zum Schutz der Meere beitragen. Ab 2017 werde in der Schweiz die Rohware von Fisch und Schalentieren aus Wildfang nur noch mit dem MSC-Nachhaltigkeitszertifikat angeboten. Höchstens übergangsweise werde es noch Produkte von Fischereien geben, die sich im Zertifizierungsprozess befinden. Bei Fisch und Schalentiere aus Zuchten soll die gesamte Rohware ab 2018 ASC-zertifiziert sein.

Der Discounter will damit gemäss Medienmitteilung den Kunden das nachhaltige Einkaufen vereinfachen. «Nachhaltigkeit soll nicht verwirrend, sondern möglichst einfach sein», sagt Lidl Schweiz CEO Georg Kröll. Bereits anfangs Jahr haben das Unternehmen auf 100 Prozent nachhaltig produziertes Trockenhygienepapier wie Taschentücher, Toiletten- und Haushaltspapier, Servietten sowie auf 100 Prozent nachhaltige Bananen umgestellt.

Lidl Schweiz betreibt  über 100 Filialen in der ganzen Schweiz, weitere Filialen werden in den nächsten Jahren eröffnet. Das Unternehmen beschäftigt rund 3000 Mitarbeitende. Im vergangenen Dezember hatte der Detailhändler bekannt gegeben, durch die Reduktion eigener Emissionen und den Kauf von Zertifikaten CO2-neutral zu werden.