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Pflegeprodukte selbst herstellen

Herkömmliche Pflegeprodukte enthalten oftmals bedenkliche Inhaltsstoffe und produzieren eine Menge Plastikabfall. In einem Selbstversuch haben wir getestet, ob selbst gemachte Produkte mit natürlichen Zutaten eine gute Alternative sind.

Der Trend zum «Do-it-yourself» ist ungebrochen. Das mag unter anderem daran liegen, dass das Bewusstsein für Umweltthemen und Nachhaltigkeit steigt. Immer mehr Menschen möchten wissen, was in ihren Pflegeprodukten enthalten ist, insbesondere in solchen für Haut und Haar. Gewisse herkömmliche Shampoos, Pflegespülungen, Deodorants, Hautcremes und Co. enthalten chemische Konservierungs- und Duftstoffe, Mikroplastik und teilweise sogar krebserregende Mittel. Da kommt schnell die Idee auf, Pflegeprodukte einfach selbst herzustellen und Rezepte finden sich im Internet wie Sand am Meer. Wir haben einige davon getestet und können drei davon zum Nachmachen empfehlen. Die Herstellung ist denkbar einfach und es bedarf nur weniger, dafür effizienter Zutaten. Bei allen Produkten kann ätherisches Öl für den individuellen Geruch hinzugefügt werden. Dabei sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Lavendel-, Teebaum- und Rosmarinöl haben eine leicht antibakterielle Wirkung, Zitronen- oder Minzöl beispielsweise sorgen für Frische. Selbst gemachte Pflegeprodukte sind in sterilen Gefässen in der Regel bis zu zwei Monaten haltbar.

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Bienenwachs ist vielseitig einsetzbar und bildet auf der Haut eine schützende Schicht.

Lippenbalsam

  • 20 Gramm Mandel- oder Kokosöl
  • 20 Gramm Kakaobutter oder Sheabutter
  • 20 Gramm Bienenwachs, für Veganer Carnauba- oder Japanwachs
  • Optional ein paar Tropfen ätherisches Öl

Alle Zutaten werden in einer Schüssel bei einer maximalen Temperatur von 70 Grad Celsius im Wasserbad unter gelegentlichem Umrühren geschmolzen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Diese kann nun, solange sie noch flüssig ist, in kleine Tiegel oder leere Lippenstifthülsen gefüllt und bei Raumtemperatur fest werden. Das selbst gemachte Lippenbalsam wirkt so gut, wenn nicht sogar besser als herkömmliche Lippenprodukte. Zudem enthalten sie keine bedenklichen Zusatzstoffe, die teilweise in industriell hergestelltem Lippgloss oder Lippenbalsam Anwendung finden.

Handbalsam

  • 10 Gramm Bienenwachs, für Veganer Carnauba- oder Japanwachs
  • 100 Gramm pflanzliches Öl (z.B. Kokosöl, Olivenöl, Avocadoöl)
  • Optional ein paar Tropfen ätherisches Öl

Das Bienenwachs zerkleinern und zusammen mit dem Pflanzenöl in einer Schüssel im warmen Wasserbad unter gelegentlichem, vorsichtigem Umrühren schmelzen lassen. Die Schüssel aus dem Wasser nehmen und optional ätherisches Öl hinzugeben. Danach kann das Handbalsam in ein kleines Gefäss gefüllt werden, in dem es vollständig abkühlen kann. Mit der Menge der Zutaten lässt sich experimentieren. Je mehr Öl man verwendet, umso weicher wird die Creme. Das pflanzliche Öl im Handbalsam sorgt für weiche Hände, das Bienenwachs bildet eine schützende Schicht. Der Nachteil, des selbst hergestellten Balsams ist der, dass die Haut im Vergleich zu schnell einziehenden Cremes aus dem Handel länger ölig bleibt. Dafür scheint die feuchtigkeitsspendende Wirkung dauerhafter zu sein als bei herkömmlichen Produkten und die Hände wurden bereits nach wenigen Anwendungen fühlbar geschmeidiger.

Deocreme

  • 3 Esslöffel Kokosöl
  • 2 Esslöffel Natron
  • 2 Esslöffel Mais- oder Kartoffelstärke
  • Optional ein paar Tropfen ätherisches Öl

Das bei kühlen Temperaturen feste Kokosöl im Wasserbad schmelzen und Natron und Stärke hinzufügen. Grobkörniges Natron kann vorher noch im Mörser zerkleinert werden. Aus dem Wasser nehmen und das ätherische Öl hinzufügen. Bevor die Masse erkaltet und fester wird, in ein steriles Glasbehältnis füllen. Das Deo sollte dunkel und kühl aufbewahrt werden. Selbst bei schweisstreibenden Aktivitäten hemmt das selbstgemachte Deo ohne Zusatzstoffe zuverlässig den Schweissgeruch und ist eindeutig zu empfehlen. Dennoch, so gut die Creme auch funktioniert, einen Nachteil hat sie. Da die Kokosnussproduktion mit steigender Nachfrage soziale und ökologische Probleme mit sich bringt, sollte das Kokosprodukt nur in Massen verwendet werden. Eine Alternative, die komplett ohne Kokos auskommt, ist das Deospray. Hierfür gibt man ein bis zwei Teelöffel Natron in 100 Milliliter abgekochtes, noch warmes Wasser, damit sich das Natron auflöst. Zusätzlich können 10 Tropfen eines ätherischen Öls dazugemischt und das Deospray in eine Sprühflasche gefüllt werden. Diese Variante funktioniert genauso gut wie die Creme, denn das Natron bindet den Schweissgeruch sehr zuverlässig.

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Deo ist aus wenigen Zutaten selbst hergestellt und funktioniert.

Neben diesen drei Produkten lassen sich zahlreiche weitere selbst herstellen. Seifen, Duschgel, Hautcreme – probieren Sie einfach ein paar Rezepte aus. Die Vorteile der «Do it yourself»-Pflegeprodukte liegen zudem auf der Hand. Sie sind in den meisten Fällen schnell hergestellt, kostengünstig und die Zubereitung macht Spass. Zudem bieten sich Handcreme, Lippenbalsam und weitere als selbst gemachte Geschenke für Freunde und Familie an. Doch aufgepasst bei gewissen Produkten, deren Anwendung auf Dauer schädlich sein kann. So raten Zahnärztinnen und Zahnärzte davon ab, Zahnpasta selbst herzustellen. Zwar schadet es nicht, diese ergänzend anzuwenden, doch durch das in der Paste fehlende Fluorid sind die Zähne nicht ausreichend vor Karies geschützt. Ganz abgesehen davon, dass das Gefühl der nicht schäumenden Zahnpaste äusserst gewöhnungsbedürftig ist.

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