Ein gerader Flusslauf, ab und zu Bäume und Büsche beidseits des Ufers, Wasser, das über Schwellen sprudelt, ein Kiesweg, der sich schnurgerade entlang des Gewässers zieht. Dieses Bild ist so sehr verinnerlicht, dass wir glauben, so fliesse ein Fluss. «Die Schweiz gehört zu den Ländern, die am meisten Flüsse verbaut haben», sagt Edy Monaco. Der 60-Jährige steht bei der Schwarzwasserbrücke im Kanton Bern und ist gerade im Begriff, in das pure Gegenteil eines begradigten Flusses abzutauchen.

Der Fussweg führt steil bergab durch einen Wald. Von den Sandsteinwänden tropft Wasser, Moos leuchtet von hellgrün bis gelblich und bildet Terrassen, die mit den Jahrhunderten verkalken. Tropfen glitzern auf Farnwedel. «Hier lag vor 30 Millionen Jahren ein tropisches Meer. Die Gesteinsschicht wird als Molasse bezeichnet», erklärt der ETH-Architekt und Naturkundler. Schon lange ist er als Freiwilliger für die Naturschutzorganisation WWF tätig. Er hat sogar sein berufliches Engagement zurückgeschraubt,…

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