Artenschutz|Dieser Artikel gehört zum Dossier: Do It Yourself - Anleitungen, Ideen und Tipps
Wie sich Fledermäuse im Garten wohlfühlen
Fledermäuse jagen am Abend und in der Nacht nach Insekten. Im Herbst fressen sie sich ein dickes Fettpolster für den Winter an. Sechs Tipps, um den Garten für diese nachtaktiven Tiere attraktiv zu machen.
- Viel- statt Einseitigkeit: Fledermäuse mögen abwechslungsreich gestaltete Gärten mit heimischen Stauden, aber auch artenreiche Wiesen. Solche Orte sind für Insekten attraktiv und damit auch für die Fledermäuse.
- Teich anlegen: Das Wasser zieht viele Insekten an und bietet Fledermäusen so einen reich gedeckten Tisch.
- Kein Gift einsetzen: Auf Insektizide und andere Gifte sollte verzichtet werden.
- Fledermausbeet errichten: Nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen wie Leimkraut, Seifenkraut und Wegwarte sind ein eigentliches Feinschmeckerlokal für die Tiere. Durch ihren intensiven Duft locken die Pflanzen Nachtfalter an – die Lieblingsspeise vieler Fledermausarten. Wertvolle Kräuter sind überdies Borretsch, Zitronenmelisse, Minze, Echter Salbei und Feld-Thymian. Auch Gehölze für Insekten und Raupen wie Schwarzer Holunder, Schneeball oder Klettererpflanzen wie Efeuund Wilder Wein ziehen dank ihrer späten Blüte viele Insekten und damit unweigerlich auch Fledermäuse an.
- Schlafstätte anbieten: Höhlen in alten Bäumen und alte Keller werden gern als Winterquartier genutzt, wenn sie kühl, feucht und frostfrei sind. Wo es das nicht gibt, können Gärtnerinnen und Gärtner Wohnraum schaffen.
- Fledermauskasten selbst bauen: Ein Fledermauskasten lässt sich mit wenigen Materialien errichten. Bewährt hat sich ein einfacher Flachkasten aus etwa 18–20 Millimeter dicken, unbehandelten und möglichst ungehobelten Holzbrettern. Die Rückwand sollte etwa 40 Zentimeter hoch und 24 Zentimeter breit sein. Vorne wird eine etwas kürzere Blende montiert, sodass unten ein schmaler Einflugspalt entsteht. Wichtig: Die Innenseite, insbesondere die Rückwand, gut aufrauen, damit die Fledermäuse Halt finden. Die Einzelteile werden mit Schrauben verbunden. Der Kasten muss zugluftfrei sein, offene Ritzen sollten deshalb abgedichtet werden. Auf Holzschutzmittel verzichten. Für zusätzlichen Wetterschutz kann die Aussenseite mit Bio-Leinöl behandelt werden. Aufgehängt wird der Kasten mindestens drei Meter über dem Boden, an einem möglichst wind- und regengeschützten Ort. Wichtig ist ein freier Anflug ohne Äste oder dichtes Gebüsch vor der Einflugöffnung. Ideal ist es, mehrere Kästen in unterschiedlicher Ausrichtung anzubringen, damit die Tiere je nach Witterung ausweichen können.
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