Mehr Natur in den Garten holen

Naturnaher Garten mit Akelei

Ein naturnaher Garten mit heimischen Pflanzen wie Akelei leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität im Siedlungsraum.

Meret Signer

Buchtipp
Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm die Garten-Zeit. Pünktlich dazu liefert ein neues Buch Antworten auf fast alle Fragen, die sich erfahrene und neue Naturgärtnerinnen und -gärtner irgendwann einmal stellen.

Immer mehr Menschen hegen den Wunsch, ihren Garten naturnah zu gestalten. Das fördert nicht nur die Biodiversität, sondern auch das eigene Wohlbefinden. Denn wenn es blüht und grünt, die Vögel singen und die Insekten summen, dann tut das der Seele einfach gut.

Der Weg zum Naturparadies vor der eigenen Türe ist aber für manch einen nicht so einfach. Die Thuja- und Kirschlorbeerhecken durch einheimische Sträucher ersetzen – damit ist es noch nicht getan. Auch den Garten einfach zu vernachlässigen und verwildern zu lassen, wie es sich einige arbeitsscheuere Zeitgenossen vielleicht erhoffen dürften, hilft der Tier- und Pflanzenwelt nur bedingt.

Warum das so ist, erklären die englischen Autoren und Gartenexperten Gareth Richards und Holly Farrell in ihrem pünktlich zur Gartensaison auf Deutsch erschienen Buch «Wie verdienen Würmer ihren Lebensunterhalt? – einfache Tipps zum umweltfreundlichen Gärtnern»: Wächst in einem Garten zum Beispiel nur Rasen, bevor man ihn verwildern lässt, würde dann einfach mehr Rasen wachsen, von dem nur einige wenige Insekten profitieren. Darum ist es besser, eine Wildblumenwiese anzusähen. Doch auch ein bereits artenreicher Garten will nicht ganz vernachlässigt werden. Sonst könnte es sein, dass einige dominanten Pflanzenarten Überhand nehmen und andere verdrängen.

Es geht auch aufgeräumt
Wer es hingegen lieber aufgeräumt mag, für den ist die Vorstellung eines verwilderten Gartens ein Graus. Doch auch ordnungsliebende Gärtnerinnen und Gärtner können mit einfachen Veränderungen für mehr Biodiversität sorgen, ohne sich von ihrem liebevoll gepflegten Rasen verabschieden zu müssen. Ein kleiner Teich zum Beispiel macht sich gemäss Richards und Farrell gut in einem aufgeräumten Garten und kann vielen Tieren ein zuhause bieten. Über einjährige Stauden in einem schönen Beet freuen sich die Insekten und über Häuschen und Nistkästen die Igel und Vögel.

Solche und viele weitere Tipps geben Richards und Farrell in ihrem schön gestalteten Buch in Form von über hundert Fragen aufgeteilt auf fünf Kapitel. Eine kurze Antwort findet sich jeweils gut erkennbar in einem Kästchen. Eine ausführlichere Antwort gibt der Lauftext. Von grundlegenden Fragen, etwa was man überhaupt unter einer «einheimischen Pflanze» verstehen kann oder wie man den Garten generell grüner werden lassen kann, wird bis hin zu spezifischen Fragen zum Obst- und Gemüseanbau fast alles beantwortet, was sich einem im Lauf seiner Gärtnerlebens irgendwann einmal stellt. Damit enthält das Buch auch für erfahrene Naturgärtner viele nützliche Tipps. Oder wissen Sie etwa, wie Würmer ihren Lebensunterhalt verdienen?

Buchcover "Wie verdienen Würmer ihren Lebensunterhalt?"

Gareth Richards & Holly Farrell: «Wie verdienen Würmer ihren Lebensunterhalt?
– einfache Tipps zum umweltfreundlichen Gärtnern»
1. Auflage 2021
Gebunden, 224 Seiten
Verlag: Landwirtschaftsverlag GmbH
ca. 25.- Franken
ISBN: 978-3-7843-5683-9

 

Autor

Meret Signer

Meret Signer

Meret Signer ist «Tierwelt»-Online-Redaktorin, Biologin und Ornithologin. Genau so sehr wie Vögel liebt sie aber ihre flauschige Katze Redi, weswegen sie oft im Dilemma ist. Während Redi jedoch lieber zuhause faulenzt als auf die Jagd zu gehen, wandert Meret durch die Gebirge dieser Welt. Immer mit dabei: ihr Feldstecher.

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