Wurden Spione auf Klimaaktivisten angesetzt?

Klimaschuetzer nimmt Wasserprobe

Klimaschützer: Dem Ölkonzern OMV ein Dorn im Auge.
 

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Österreich
Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Fridays for Future Austria werfen dem österreichischen Ölkonzern OMV vor, Umweltaktivisten überwachen zu lassen.

Interne OMV-E-Mails, die den Umweltschützern zugespielt worden seien, würden das Unternehmen in Verbindung mit internationalen Security-Firmen bringen, teilten die beiden Organisationen am Mittwoch mit.

«Es geht entschieden zu weit, wenn die OMV dubiose Spionage-Firmen beauftragt, die Klimaschützer überwachen», heisst es in der Mitteilung. Sie fordern, dass die OMV die Verträge mit den Sicherheitsfirmen offenlegt. Der teilstaatliche Konzern, der regelmässig in der Kritik von Umweltschützern steht, weist die Vorwürfe zurück.

Kritik der Umweltschützer
Die Umweltschützer haben sich zudem an die Politik gewandt. Der österreichische Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat in einem Brief an Konzernchef Rainer Seele eine Beantwortung der Fragen rund um die behauptete Überwachung eingefordert. In dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief fordert Kogler «eine rasche Behandlung dieser Thematik und entsprechende Aufklärung der in den Raum gestellten Vorwürfe». Eine Antwort sei noch ausständig, hiess es aus dem Büro des Vizekanzlers. Zuvor hatte das Magazin «Dossier» über den Brief berichtet.

«Es gibt in keiner Weise irgendeine dubiose Überwachung oder Spionage, die da in den Raum gestellt wurde. Definitiv nicht», sagte ein Unternehmenssprecher. Verträge könne man nicht offen legen, da sie der Vertraulichkeit unterliegen würden. «Fakt ist, dass zur Sicherheit und zum Schutz unserer Anlagen und Mitarbeiter Unternehmen beauftragt werden, die den reibungslosen Ablauf unserer Tätigkeiten sicherstellen. Zudem geht es hier auch um Einrichtungen der kritischen Infrastruktur», so der Sprecher. Greenpeace und Fridays for Future seien von der OMV zu einem Gespräch eingeladen worden. 

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