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Was sind Weihrauch und Myrrhe?

Gold, Weihrauch und Myrrhe sollen die Weisen aus dem Morgenland laut Matthäusevangelium Jesus Christus als wertvolle Gaben dargebracht haben. Gold ist dabei sicher der bekannteste Stoff, aber was hat es mit Weihrauch und Myrrhe auf sich?

Weihrauch und Myrrhe sind beides getrocknete Harze von Vertretern der Balsambaumgewächsen. Weihrauch wird von Pflanzen der Gattung Boswellia gewonnen, Myrrhe von mehreren Arten der Gattung Commiphora. Die braungelben Gummiharze sind grobkörnig und reich an ätherischen Ölen. In der Antike waren die Harze begehrtes Handelsgut, für das hohe Preise bezahlt wurden. Entsprechend wertvoll sind die Geschenke der Weisen aus dem Morgenland in der Bibel.

Um ihr Harz zu gewinnen, werden der Stamm und die Äste der Weihraumbäume und Myrrhesträucher mit Schnitten versehen, durch welche die klebrig-milchige Flüssigkeit austritt. Durch die Trocknung an der Luft entsteht dann das gelb-braune Harz. Je nach Alter, Grösse und Zustand des Baumes beträgt die Ausbeute bei Weihrauch zwischen zwei und zehn Kilogramm Harz. Mehr als 80 Prozent der Weihrauchprodukte stammen heute aus Somalia und werden für 200 bis 300 Franken pro Kilogramm gehandelt.

«Schweiss der Götter»

Schon im alten Ägypten wurde Weihrauch für kultische Zwecke verwendet, zum Beispiel bei der Mumifizierung herausragender Persönlichkeiten, als aromatisches und desinfizierendes Räuchermittel. Die Harzperlen nannte man damals auch «Schweiss der Götter». Myrrhe benutzte man zudem aufgrund der konservierenden Wirkung als Räucherwerk bei Einbalsamierungen.

Auch die Römer und andere antike Kulturen kannten Weihrauch. Beim Verglühen entwickelt er einen aromatisch duftenden Rauch und weht noch heute bei der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche bei Kulthandlungen durch den Raum. Myrrhe hingegen ist Teil der Herstellung von Salböl und wird bei kultischen Salbungen verwendet. In der Antike wurde es zudem als Aphrodisiakum verwendet, unter anderem als Parfüm für Männer und Frauen. Auch heute noch werden Weihrauch und Myrrhe als würzig-süss duftende Komponenten in Parfüms verwendet.

Heilmittel

Zusätzlich hielten beide Harze schon früh in der Medizin Einzug. Mit Weihrauch- und Myrrheharz wurden unter anderem Wunden gereinigt, denn beide zeigen eine blutstillende und desinfizierende Wirkung. Weihrauch soll zudem gegen Krankheiten der Atemwege und bei Verdauungsproblemen helfen, Myrrhe wird eine krampflösende Wirkung zugesprochen und bei Darmerkrankungen eingesetzt.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Weihrauch eine gewisse Psychoaktivität zugeschrieben wird. Incensol, ein Inhaltsstoff des Weihrauchharzes, zeigte bei Tiermodellen eine angstlösende und antidepressive Wirkung. Das Gerücht, dass der Rauch das in Cannabis vorkommende Psychotrop Tetrahydrocannabinol (THC) enthalte, konnte jedoch bisher noch nichtwissenschaftlich bestätigt werden und gilt als unwahrscheinlich.

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