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Von der Raupe zum Nachtfalter - Die Magie der Metamorphose

Grau und unscheinbar sind bei Weitem nicht alle Nachtfalter. Diese in der Schweiz vorkommenden Arten zeigen nur einen kleinen Ausschnitt aus der farbenfrohen Vielfalt der Falter und deren Raupen.

Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

Als Lebensraum bevorzugen die in Mitteleuropa weit verbreiteten Nachtfalter offenes Gelände und lichte Wälder. Während die Männchen tagaktiv sind, fliegen die Weibchen nur nachts. Die Geschlechtspartner finden sich durch vom Weibchen abgegebene Duftstoffe. Diese können die Männchen dank ihrer Fühler kilometerweit riechen und die tagsüber ruhenden Weibchen so aufspüren. Die Falter haben ein kurzes Leben von nur wenigen Tagen und lassen sich zwischen April und Mai beobachten. Die Raupen spinnen einen äusserst festen Kokon, in dem sie überwintern.

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Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges
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Männchen und Weibchen des Kleinen Nachtpfauenauges.

Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor)

Die bis zu acht Zentimeter langen Raupen des Mittleren Weinschwärmers können ihren Brustbereich bei Gefahr aufblähen, wobei ihre zwei Augenflecken besonders gut zur Geltung kommen. Dabei erinnern sie an eine Schlange und können somit Angreifer in die Flucht schlagen. Ihre Färbung reicht von grün bis hin zu dunkelbraun. Die Falter dagegen sind olivgrün und weinrot gefärbt. Sie bevorzugen feuchte Lebensräume wie Auenwälder und Flussniederungen und können beinahe schweizweit beobachtet werden. Von Mitte Mai bis Juli fliegen sie nachts Blüten an, um deren Nektar zu saugen.

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Raupe des Mittleren Weinschwärmers.
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Mittlerer Weinschwärmer.

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

Gerne wird dieser tagaktive Nachtfalter mit einem Kolibri verwechselt, denn genau wie dieser schwirrt das Taubenschwänzchen mit schnellen Flügelschlägen von Blüte zu Blüte. Diese Insekten sind Wanderer und reisen im Sommer vom Mittelmeerraum Tausende Kilometer in den Norden. Aufgrund des milderen Klimas überwintern immer mehr Tiere in der Schweiz. Die Nacht verbringen sie in Schlafgemeinschaften, die gleichzeitig auch zur Partnersuche dienen. Die Raupen des Taubenschwänzchens sind wählerisch und ernähren sich ausschliesslich von Labkrautarten.

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Raupe des Taubenschwänzchens.
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Taubenschwänzchen.

Grosser Gabelschwanz (Cerura vinula)

Fühlt sich die Raupe des Grossen Gabelschwanzes bedroht, zieht sie ihren Kopf ein und präsentiert den roten Bereich des ersten Brustsegmentes. Nützt alles nichts, kann sie zusätzlich mit ihrem Doppelschwanz zitternde Bewegungen ausführen und Ameisensäure aus der Unterseite des Kopfes spritzen. Die Raupen finden sich hauptsächlich auf Blättern von Pappeln und Weiden. Der ausgewachsene Falter muss dagegen ohne Nahrung auskommen. Sein kurzes Leben, das von April bis Juli dauert, dient rein der Fortpflanzung. Der Grosse Gabelschwanz ist in Europa weitverbreitet.

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Raupe des Grossen Gabelschwanz.
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Grosser Gabelschwanz.

Brauner Bär (Arctia caja)

Dank seiner braun-weiss gefärbten Vorderflügel, die im Ruhezustand zu sehen sind, ist der Braune Bär tagsüber gut getarnt. Nähert sich jedoch ein Vogel, legt er blitzschnell seine rot gefärbten Hinterflügel offen. Das sorgt für Verwirrung beim Angreifer und der Nachtfalter kann sich aus dem Staub machen. Seine Warnfärbung signalisiert zudem seine Giftigkeit. Der Braune Bär gehört zu den Bärenspinnern, deren Name von den pelzigen Raupen stammt. Er ist in der Schweiz in verschiedenen Lebensräumen bis zu einer Höhe von etwa 2000 Metern über Meer zu finden. Seine Flugzeit dauert von Juli bis September.

Brauner Bär Raupe
Raupe des Braunen Bär.
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Brauner Bär.

Birkenspanner (Biston betularia)

Während der industriellen Revolution in England wurde beobachtet, wie die weissen Nachtfalter mit den schwarzen Flecken, die auf Birkenstämmen gut getarnt sind, immer dunkler wurden. Durch die von Russ verschmutzte Birkenrinde hatten die hellen Tiere nämlich einen Nachteil. Sie wurden schneller erspäht und gefressen, während die dunklen Falter überlebten. Als die Luft im Laufe der Zeit wieder sauberer wurde, wurden auch die Birkenspanner wieder heller. Die Raupen sind ebenfalls Meister der Tarnung. Sie sind lang, dünn und ähneln kleinen Zweigen. Beobachten lässt sich der Falter von Mai bis August.

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Raupe des Birkenspanners.
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Birkenspanner.

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