Rasseportrait|Dieser Artikel gehört zum Dossier: Hunderasseportraits
Bernhardiner: Der sanfte Riese der Alpen
Mit Barry begann der weltweite Ruhm des Bernhardiners als Lebensretter in den Alpen. Heute steht die Rasse für imposante Grösse, Gelassenheit und eine unverwechselbare Freundlichkeit. Ein Hund, der Kraft und Sanftmut auf einmal verkörpert.
Steckbrief
Grösse: 65–90 cm
Gewicht: 60–90 kg
Lebenserwartung: 8–10 Jahre
Felllänge: mittellang
Fellfarbe: weiss mit rotbraunen bis mahagonifarbenen Abzeichen
Geeignet als: Familien-, Begleit- und Wachhund
Sportarten: Zugarbeit (Wagenziehen), Nasenarbeit, Suchspiele
Auslaufbedürfnis: mittel
Sabber-Potential: hoch
Stärke des Haarens: hoch
Zusammenleben mit anderen Haustieren: geeignet
Herkunft & Geschichte
Die Geschichte des Bernhardiners beginnt im 11. Jahrhundert am Grossen St.-Bernhard-Pass, wo Mönche ein Hospiz für Reisende gründeten. Die kräftigen Hunde dienten zunächst als Wach- und Schutzhunde, entwickelten sich aber schnell zu unverzichtbaren Rettungshunden. Besonders im Schnee bewiesen sie einen aussergewöhnlichen Orientierungssinn und eine beeindruckende Widerstandskraft. Berühmtheit erlangte der Bernhardiner «Barry», dem über 40 gerettete Menschenleben zugeschrieben werden.
Persönlichkeit, Charaktereigenschaften und Temperament
Der Bernhardiner ist ein sanfter Riese. Trotz seiner imposanten Erscheinung gilt er als freundlich, geduldig und ausgeglichen. Aggression ist ihm fremd, stattdessen zeigt er eine grosse Menschenbezogenheit und ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Er ist aufmerksam, ohne nervös zu sein, und wachsam, ohne übermässig zu bellen. Sein Temperament ist eher ruhig – der Bernhardiner beobachtet lieber, als hektisch zu agieren. Besonders im Umgang mit Kindern zeigt er sich tolerant und gutmütig.
Erziehung und Haltung
Die Erziehung eines Bernhardiners erfordert Konsequenz, Geduld und Ruhe. Aufgrund seiner Grösse sollte frühzeitig mit einer soliden Grunderziehung begonnen werden. Harte Methoden sind fehl am Platz – der sensible Hund reagiert deutlich besser auf positive Bestärkung. In der Haltung ist Platz ein entscheidender Faktor: Ein Haus mit Garten ist ideal, eine kleine Stadtwohnung eher ungeeignet. Der Bernhardiner möchte Teil der Familie sein und leidet, wenn er isoliert oder dauerhaft allein gelassen wird.
Aktivitäten
Sportliche Höchstleistungen sind nicht seine Leidenschaft. Der Bernhardiner bevorzugt gemütliche Spaziergänge, moderate Wanderungen und mentale Beschäftigung. Besonders Nasenarbeit oder Suchspiele liegen ihm – ein Erbe seiner Rettungshund-Vergangenheit. Zu intensive oder sprunglastige Aktivitäten sollten vermieden werden, vor allem im Junghundealter, um Gelenke und Knochen zu schonen.
Besonderheiten
Seine schiere Grösse ist sein auffälligstes Merkmal: Rüden können über 80 kg wiegen. Hinzu kommt sein charakteristischer, oft leicht melancholischer Gesichtsausdruck.
Pflege
Das dichte Fell – ob kurz- oder langhaarig – benötigt regelmässige Pflege. Mehrmaliges Bürsten pro Woche verhindert Verfilzungen und reduziert lose Haare. Während des Fellwechsels ist tägliches Bürsten ratsam. Auch Ohren, Augen und Hautfalten sollten regelmässig kontrolliert werden. Nicht zu vergessen: Ein Handtuch für sabberreiche Momente gehört zur Grundausstattung.
Gesundheit
Wie viele grosse Rassen ist der Bernhardiner anfällig für bestimmte gesundheitliche Probleme. Dazu zählen Hüft- und Ellbogendysplasie, Magendrehung sowie Herzprobleme. Eine verantwortungsvolle Zucht, angepasstes Futter und kontrollierte Bewegung sind entscheidend für seine Lebensqualität. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa acht bis zehn Jahren.
Pro & Contra
Vorteile:
- Sehr freundlich und familienbezogen
- Gelassenheit und Gutmütigkeit
- Kinderlieb und sozial
- Wenig bellfreudig
Nachteile:
- Grosser Platz- und Futterbedarf
- Neigung zum Sabbern
- Gesundheitsanfälligkeiten grosser Rassen
Ideale Besitzer
Der Bernhardiner passt zu Menschen mit ausreichend Platz, Zeit und Gelassenheit. Familien, Paare oder Einzelpersonen mit Haus und Garten, die einen ruhigen, treuen Begleiter suchen, sind ideal.
Fun Fact
Entgegen dem Klischee trugen Bernhardiner nie standardmässig Schnapsfässchen.
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