Steckbrief
Wissenschaftliche Bezeichnung: Erythrura coloria oder Amblynura coloria 
Unterarten: keine
Herkunft: Philippinen, Mindanao
Grösse: 10 cm
Wildfarbe: Grundfarbe grün, Kopfplatte grün, rote, beidseits des Kopfs trennen halbmondartige rote Abzeichen einen blauen Gefiederbereich
Mutationen: keine
Geschlechtsunterschiede: wenig vorhanden, Weibchen sind blasser gefärbt am Kopf und die Ohrflecken sind etwas kleiner
Ringgrösse: 2,5 mm
Lebenserwartung: ca. 6 Jahre
Platzansprüche: bewegungsfreudig, darum ist die Haltung ideal in einer Zimmervoliere von beispielsweise ca. 2 x 1,5 Meter x Zimmerhöhe
Ausstattung: zahlreiche Äste, Pflanzen, am Boden Sand, Rindenmulch
Stimme: zartes Trillern und Piepsen
Haltung: paarweise oder im Schwarm, friedlich

Herkunft und Geschichte

Die Coloria Papageiamadine stammt von Mindanao, der zweitgrössten Insel der Philippinen. Dort wurde sie an Bergflanken in Regenwaldvegetation beobachtet. Manche Gebirge sind über 2000 Meter hoch. Es wird berichtet, dass sich die Vögel tagsüber in Tälern aufhalten und gegen den Abend zum Nächtigen in höhere Zonen aufsteigen, um dort in Bergregenwäldern zu übernachten. Die Coloria Papageiamadinen schätzen aber auch offene Flächen, denn sie ernähren sich, wie die anderen Papageiamadinen-Arten auch, von Grassamen. Die Art wurde in kleineren Familienverbänden aber auch einzeln im Gebiet beobachtet. Die meisten Aufzeichnungen zum Freileben dieser Papageiamadine stammen von Heinrich Bregulla (1930 – 2013). Der Berliner Elektrotechniker lebte von 1959 bis 1980 in Vanuatu in der Südsee und erforschte die Vogelwelt dieser Region. Ihm sind Erkenntnisse zu verschiedenen Papageiamadinen-Arten zu verdanken, denn sie bildeten ein Hauptinteressengebiet des Ornithologen Bregulla. Er unternahm darum auch eine Reise nach Mindanao, wo er der erst 1960 wissenschaftlich beschriebenen Coloria Papageiamadine nachspürte. Es gelang ihm, um die 60 Vögel zu fangen. Er schickte sie zu Dr. Romuald Burkard (1925 – 2004) nach Zürich. Der Betriebswirtschafter und Soziologe Burkard war Direktor der Sika-Werke und unterhielt eine ausserordentlich grosse Vogelsammlung, damals noch in Zürich, später in Baar (ZG). Burkard gewöhnte die Coloria Papageiamadinen ein. Es gab kaum Verluste. Alle Angehörige dieser Art unter Menschenobhut in Europa stammen von diesen Tieren ab. Bis heute konnte diese Prachtfinkenart somit unter Menschenobhut erhalten und vermehrt werden.

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Eignung als Heimtier

Coloria Papageiamadinen sind sehr geeignete Pfleglinge, gerade auch zur Haltung im Wohnbereich. Sie sind nicht scheu, sondern neugierig und lassen sich aus nächster Nähe beobachten. Das haben sie mit der Rotkopf-Papageiamadine von Neukaledonien gemeinsam. Coloria Papageiamadinen können im Wohnbereich in Zimmervolieren oder grösseren Flugkäfigen gepflegt werden, dies als Paar oder in der Kleingruppe, wenn die Voliere gross genug ist. Die Zucht gelingt am besten paarweise, in grösseren Volieren auch mit zwei Paaren. Ideal ist, wenn die Volieren bepflanzt sind und somit eine gute Struktur aufweisen.

Erwerb

Coloria Papageiamadinen werden nicht so häufig gehalten und gezüchtet. Manchmal findet man sie aber an Ausstellungen, beispielsweise an derjenigen des Sing- und Ziervogelvereins Sursee. In Vogelzuchtverbänden wie der Exotis oder Ziervögel Schweiz findet man Kontakt zu Haltern und Züchtern.

Ernährung und Pflege

Die Coloria Papageiamadine lebt auch in der Natur in gebirgigen Gebieten mit niederen Temperaturen in der Nacht. Sie kann also auch in einer kombinierten Innen- und Aussenvoliere bei kühleren Temperaturen gehalten werden. Kälter als ca. 10 °C während der Nacht sollte es aber nicht werden. Die Coloria Papageiamadine ernährt sich, wie die meisten ihrer Verwandten, von Grassamen. Die Futterfirma Blattner führt eine ausgezeichnete Samenmischung für Papageiamadinen, die viele Grassamen enthält. Zusätzlich kann auch Zeisigfutter, Kolbenhirse und dosiert ein normales Prachtfinkenfutter gereicht werden. Papageiamadinen dürfen nicht mit zu fetthaltigen Sämereien ernährt werden, da sie sonst verfetten. Wertvoll sind Gaben aus der Natur wie Gräser mit Samenstände in Milchreife. Auch belaubte Äste von beispielsweise Weide, Esche, Buche, Ahorn und anderen Gewächsen bereichern die Sinne der Vögel enorm. Sie picken an Knospen und Blättern. Frischer Kalk zur freien Aufnahme, eine Sepiaschale, Mineralien und Grit sollten stets zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Einmal in der Woche können auch Buffalos und Pinkymaden gereicht werden, wenn sie Junge füttern täglich. Eine Badegelegenheit wird regelmässig genutzt.

Zucht

Coloria Papageiamadinen schreiten recht bereitwillig zur Brut. Sie legen Kugelnester aus Gräsern und Halmen in Nischen und Nistkästen an. Eine eigentliche Balz gibt es kaum. Das Männchen jagt vor der Paarung das Weibchen wie wild durch die Voliere. Das ist bei anderen Papageiamadinen-Arten ähnlich. Oft kehrt sich das Verhältnis auch um, und das Weibchen jagt dem Männchen nach. Unter Menschenobhut können auch Kokosfasern und Sisal als Nistmaterial angeboten werden. Dieses Material wird gerne verbaut. Das Nest hat ein kleines röhrenartiges Einschlupfloch. Anders als andere Arten legt diese Art nur wenige Eier, nämlich ein bis zwei, drei sind selten. Es wird berichtet, dass Vögel, die mehr als drei Jahre alt sind, oft unbefruchtete Gelege haben. Beide Altvögel brüten und hudern die Jungen fest. Die Jungen schlüpfen nach 14 Tagen Brutzeit und werden zehn Tage fest gehudert. Mit 18 bis 21 Tagen fliegen die Jungen bereits aus. Sie sind dann noch sehr ungeschickt und unbefiedert. Da unterscheiden sie sich von den Rotkopf-Papageiamadinen, die bereits beim Ausfliegen sehr geschickt sind. Es ist wichtig, dass die Temperatur jetzt konstant warm bleibt, also über 20 °C, weil die Jungen sonst erfrieren. Nach dem Ausfliegen werden die Jungen noch gut 14 Tage von den Eltern versorgt und betteln. Nestkontrollen, beispielsweise zum Beringen, nimmt das Paar nicht übel. Einige Tage vor dem Ausfliegen sollte man aber nicht mehr stören, weil die Jungen dann zu früh aus dem Nest schiessen würden.

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Namensgebung

Dioscoro S. Rabor (1911 – 1996) ist ein philippinischer Wissenschaftler, der in seinem Heimatland mehr als 50 Expeditionen leitete. Er beschrieb zusammen mit dem USA-Bürger und Ornithologen Sidney Dillon Ripley (1913 – 2001) die Coloria Papageiamadine im Jahr 1961 als Erythrura coloria. Coloria heisst in Lateinisch «Farben».

Besonderheit

Die europäische Erstzucht dieser Art gelang 1965 Dr. Romuald Burkard in Zürich. Er erhielt Wildfänge ein Jahr zuvor.