Steckbrief
Wissenschaftliche Bezeichnung: Probosciger aterrimus
Unterarten: Es werden vier Unterarten geführt, die aber nicht überall anerkannt werden. Es soll Grössenunterschiede geben, die jedoch bei Balgvermessungen in Museen nie bestätigt werden konnten. Palmkakadu (Probosciger aterrimus aterrimus) von den Aru-Inseln; Goliath Palmkakadu (P. a. goliath), Neuguinea; Van Oorts Palmkakadu (P. a. stenolophus), Neuguinea; Cape York Palmakadu (P. a. macgillivrayi), Australien
Herkunft: Neuguinea, vorgelagerte Inseln und Nordost-Australien
Grösse: 60 cm
Wildfarbe: schwarz, rote Wachshaut an Wange
Mutationen: keine
Geschlechtsunterschiede: Männchen sind grösser als die Weibchen, insbesondere der Schnabel ist wuchtiger
Ringgrösse: 12 mm
Lebenserwartung: 40 Jahre
Platzansprüche: In der Schweiz ist zur Haltung eines Paars eine Voliere mit 30 Kubikmeter Inhalt vorgeschrieben. 
Ausstattung: zahlreiche Äste, morsches Holz, Baumstämme
Stimme: pfeifen
Haltung: paarweise

Herkunft und Geschichte

Unter den schwarzen Kakadus nimmt der Palm- oder Arakakadu eine Sonderstellung ein. Er ist der einzige Angehörige seiner Gattung Probosciger. Die Unterarten sind einander sehr ähnlich. Es scheint der urtümlichste aller Papageien zu sein. Forscher gehen davon aus, dass das Entstehungszentrum der Kakadus in Neuguinea liegt. Und dort sowie auf umliegenden Inseln kommt der Palm- oder Arakakadu hauptsächlich in Regenwäldern vor. Zudem ist er auf der Cape-York-Halbinsel im Nordosten Australiens verbreitet. Es wird angenommen, dass sie einst mit Neuguinea verbunden war, was das Restvorkommen auf Australien erklärt. Nur wenige Reisende, die bis in höhere, abgelegene Täler Neuguineas vordrangen, beobachteten Palm-Kakadus dabei, wie sie an Lehmlecken Mineralien aufnahmen. Meist sitzen Palmkakadus in den Baumwipfeln, wo sie im Spiel von Licht und Schatten zwischen den Blättern fast nicht auszumachen sind. Sie ernähren sich von Samen, Nüssen, Früchten, Beeren und Blattknospen, nehmen aber auch Larven im morschen Holz auf. Sie werden eine Stunde nach Sonnenaufgang aktiv und tragen in tiefe Baumhöhlen Zweige ein, die sie bis mehr als einen Meter hoch aufschichten. Darauf wird ein einzelnes Ei gelegt. Das Paarungsverhalten ist markant. Die Männchen stellen die Hauben, schreien heiser und trommeln mit einem Zweig an totes Holz. Auch ein Paar in der Zuchtanlage Roca Negra des Palmitos-Parks, Gran Canaria, Spanien, zeigte dieses Verhalten. Palmkakadus waren immer Raritäten in der Vogelhaltung. Bis heute werden sie nur vereinzelt von Züchtern gepflegt, in der Schweiz derzeit wohl nur in einer Sammlung.

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Eignung als Heimtier

Palmkakadus spielen in der allgemeinen Vogelhaltung in Europa keine Rolle, da sie nur von spezialisierten Züchtern und Zoos gehalten werden. In den USA können sie aber sogar als Einzeltiere in Zoohandlungen erworben werden. 

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Erwerb

Es ist kaum noch möglich für Private, Palmkakadus zu erwerben. Wenn, dann müssten Nachzuchten europaweit gesucht werden. In Deutschland und Tschechien beispielsweise wird die Art durchaus gezüchtet. 

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Ernährung und Pflege

Palmkakadus sollten mit einer Körnermischung für Aras ernährt werden. Sie haben einen hohen Bedarf an Proteinen. Zudem benötigen sie verschiedene Nüsse, denn auch in der Natur knacken sie mit ihren immensen Schnäbeln harte Nüsse. Weiter müssen Früchte und Gemüse täglich gereicht werden. Palmkakadus lassen sich gerne abregnen und sollten auch ein Wasserbassin in ihrer Voliere haben. Kalk- und Mineralgaben sollten stetig zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Die grossen Schnäbel brauchen stetig Beschäftigung. Darum sind reichlich frische Äste und Wurzelstöcke in der Voliere ein Muss. Aus morschem Holz klauben die Palmkakadus gerne auch Kerbtiere, die sie fressen.

Zucht

Die Zucht von Palmkakadus in der Schweiz scheint nie gelungen zu sein. Heute werden sie kaum noch gehalten. In europäischen Ländern glückt die Zucht wenigen Halterinnen und Haltern regelmässig, wie etwa im britischen Paradise Park in Cornwall oder im Prager Zoo. Die Tierärztin Helena Vaidlova zog Palmkakadus des Prager Zoos von Hand auf - ein grosses Kunststück. Ihr Mann Antonin ist Vogelkurator dieses aussergewöhnlichen Zoos. Die Art wird im Zoo gezüchtet und im neuen Papageienhaus Rákos’ House gar in einer bepflanzten Voliere gezeigt. Helena Vaidlova sagt, dass ein Palmkakadu in der Handaufzucht erst nach acht Monaten unabhängig sei und selbständig Futter aufnehme. Es seien sehr sanfte Vögel. Zum Beweis geht sie in die Voliere, der Nachzuchtvogel kommt sofort zu ihr und ist begeistert über die Zuwendung. Junge haben eine weiss gestreifte Brust. In Prag wird der Palmkakadu von den Aru-Inseln gehalten.

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Das weltweit wohl grösste Zuchtzentrum für die Art lag in Loxahatchee in Florida, USA. Im ehemaligen Avicultural Breeding and Research Center (ABRC) von Richard Schubot wurde eine grosse Gruppe Palmkakadus gehalten, die meisten paarweise in grossen Volieren. Die Vögel erhielten aus Brettern gezimmerte, lange Nistkästen, die natürlichen Höhlen nachempfunden waren. Ebenso wurde ihnen viel Reisig zur Verfügung gestellt, so dass sie ihr natürliches Verhalten ausleben konnten. Sie füllten die Nistkästen damit. Schliesslich gelang die Hand- und Elternaufzucht zu einer Zeit, als man noch keine kommerziellen Handaufzuchtfuttermittel kannte. Affenpellets, Erdnussbutter, Haferbrei mit Banane wurde mit Wasser vermischt. Meist ist die schlechte Verdauung des Futterbreis das Problem. Heute weiss man, dass die Verdauung mit Papyasaft angeregt werden kann. Die britische Papageienspezialistin Rosemary Low praktizierte dies und weist darauf hin, dass Papaya essenzielle Enzyme enthält, die förderlich bei der Handaufzucht sind. Das Gelege wird bis zu 33 Tage lang meist durch das Weibchen bebrütet. Junge klettern ab dem Alter von 60 Tagen erstmals auf den Rand des Nistkastens. 

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Lustig

Palmkakadus fügen zahlreiche Zweige in den Nistkasten. Darum sollte er sehr lang und hoch sein, wie ein Baumstamm. Zuoberst auf die Zweige wird das Ei gelegt. Dieses Verhalten macht im Regenwald Sinn, wo oft Wasser in die offenen Niststätten fällt. So werden die Bruthöhlen, die sich oft in abgestorbenen Baumstämmen befinden, nicht überschwemmt. 

Namensgebung

Die Artbezeichnung wurde 1788 durch den Arzt und Naturwissenschaftler Johann Friedrich Gmelin verliehen. «Ater» heisst im Lateinischen schwarz, was auf das Aussehen der Kakadus hinweist. Die Gattungsbezeichnung stammt von Heinrich Kuhl. Er hat sie 1820 verliehen. 

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Besonderheit

Besonders während der Balz färbt sich die Wangenhaut rot. Die Kakadus schreien heiser, halten einen Zweig, Zapfen oder Stein in der meist linken Kralle, trommeln damit auf den Baumstamm, spreizen die Flügel, die Haube aus lauter langen, spitz zulaufenden Federn wird majestätisch aufgerichtet, der Schnabel leicht geöffnet. Palmkakadus benützen Stöcke und Steine und trommeln damit auf abgestorbene Baumstämme. Dabei richten sie ihre schwarze, spitze Federhaube auf, der Wangenfleck leuchtet rot. Das unheimliche Trommeln hallt weit im Wald umher.