Steckbrief
Wissenschaftliche Bezeichnung: Mandingoa nitidula
Unterarten: Mandingoa nitidula chubbi (Ostafrika), M. n. nitidula (Südafrika), M. n. schlegeli (Westafrika), M. n. virginiae (Insel Bioko)
Herkunft: grobe Herkunftsangaben oben bei den Unterarten
Grösse: 11 cm
Wildfarbe: eine orange bis gelbe Gesichtsmaske erstreckt sich über die Augenpartie. Das Grundgefieder an Hinterkopf, Rücken und auf den Flügeloberseiten ist olive-grün. Auffallend ist die schwarz befiederte Brust, die voller weisser Punkte ist
Mutationen: keine
Geschlechtsunterschiede: Weibchen fehlt die Ausdehnung der orange bis gelben Gesichtsmaske bis zur weiss getupften Brust. Nur ein Hauch orange-roter Farbe zieht sich um die Augengegend.
Ringgrösse: 2,7 mm
Lebenserwartung: wegen Haltungsschwierigkeiten oft nicht langlebig, normal wäre etwa 7 Jahre
Platzansprüche: ideal ist 180 x 50 x 100 oder Zimmervoliere
Ausstattung: zahlreiche Äste aus der Natur, Sand und Steine am Boden, Grasstubben
Stimme: sehr leise, für den Menschen kaum wahrnehmbare Rufe
Haltung: paarweise

Herkunft und Geschichte

Grüne Tropfenastrilde leben heimlich im Pflanzendickicht. Darum sind Beobachtungen sehr schwierig. Das ist auch der Grund, warum über ihr Freileben kaum etwas bekannt ist. Der bekannte Prachtfinkenspezialist Gerhard Hofmann versuchte, ihnen in Südafrika nachzuspüren. Meist habe er nur die Stimme gehört und erst nach langem Suchen den passenden Vogel dazu. In den Galeriewäldern entlang der Küste habe er die besten Beobachtungsmöglichkeiten gehabt, schreibt Gerhard Hofmann.

Bereits in den 1930er Jahre sollen erste Grüne Tropfenastrilde nach Europa gelangt sein, dann wieder nach dem zweiten Weltkrieg. Sie sind heute in der Schweiz sehr selten in Liebhaberhand. Der Prachtfinkenzüchter Thomas Wallimann aus Zürich beispielsweise hielt die Art in seinen Biotopvolieren. Er sagt aber, dass es sehr schwierig sei, sie langfristig am Leben zu erhalten, besonders, da sich die Grünen Tropfenastrilde in Gemeinschaft mit anderen Arten einseitig ernähren und darum Defizite entwickeln. Die richtige Ernährung stellt den Halter oder die Halterin vor grosse Herausforderungen. Grüne Tropfenastilde benötigen auch Lebendfutter, aber längst nicht nur! Die Art muss in strukturierten Volieren gehalten werden. In kahlen Käfigen fühlt sie sich nicht wohl.

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Eignung als Heimtier

Grüne Tropfenastrilde eignen sich nur für Spezialisten, denn ihre Haltung ist anspruchsvoll, was die Ernährung betrifft. Diese Vögel sollten nur in bepflanzten Volieren und Flugkäfigen gehalten werden.

Erwerb

Es ist sehr schwierig, diese Art in der Schweiz als Nachzuchten bei Züchtern zu finden. Am ersten helfen die Netzwerke der Exotis, von Ziervögel Schweiz und der IG Prachtfinken.

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Ernährung und Pflege

Grüne Tropfenastrilde sind wunderschön, doch sehr schwierig in der Haltung. Lebendfutter ist für die Art essenziell, doch nicht immer werden mit reichlich Lebendfutter gute Erfahrungen gemacht. Bei Gerhard Hofmann führte eine grosse Verabreichnung von reichlich Lebendfutter zu einer raschen Abmagerung der Vögel, so dass er die Futtergaben umstellte und Körnerfutter inklusive viel Kolbenhirse, Trockennektar und nur wenigen Ameisenpuppen reichte. Das hat sich positiv auf die Entwicklung der Vögel ausgewirkt. Bei gut eingewöhnten Vögeln ist Keimfutter eine wichtige Komponente, aber es sollte nur zur Zucht gereicht werden. Der Schlüssel zum Erfolg scheint in einer saisonalen Fütterung zu liegen mit einer ausgedehnten Ruhephase mit nur ganz wenig Lebendfutter und keinem Keimfutter und mit einer Zuchtphase mit Keim- und mehr Lebendfutter. Gerhard Hofmann schreibt, dass seine Vögel mit einer solchen Fütterung eine Lebensdauer von bis zu sieben Jahren erreichten. Als Grundnahrung eignet sich eine Mischung aus Glanz, Silberhirse, La Plata Hirse, Senegalhirse, Rote Manna Hirse, Mohairhirse, Knäulgras und einjährigem Rispengras. Als Pollenersatz sollte ein Trockennektar angeboten werden. Als Lebendfutter eignen sich Mehlwürmer, Wiesenameisenpuppen, gefrostete Pinkies, kleine Wachsmaden und ab und zu Buffalos. Ferkelwühlerde, das heisst keimfreie Erde, wird von den Vögeln sehr gerne angenommen. Sie sind immer wieder darin anzutreffen, und sie nehmen die Erde auch auf. Dies wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. Im Sommer können Grüne Tropfenastrilde auch in Freivolieren gehalten werden. Sie sind temperaturempfindlich, so dass sie im Herbst frühzeitig wieder in Innenvolieren gehalten werden sollten. Sie lieben dichtes Zweigwerk. Wenn sie viele belaubte Äste in ihrer Voliere vorfinden, werden sie sogar sehr zutraulich. Sie halten sich gerne am Boden auf Moosstücken, morschem Holz und auf der Erde auf. Sie baden sehr viel. Darum darf ein grosses Badegefäss keinesfalls fehlen.

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Zucht

Es braucht Geduld, bis Grüne Tropfenastrilde zur Brut schreiten. Das Männchen gluckst und trillert zu Beginn immer intensiver. Es nimmt zur Balz einen langen Halm in den Schnabel und wippt auf und ab. Zum Nestbau verwenden die Vögel feine Gräser, Kokosfasern, Waldmoos und Würzelchen. Es ist meist das Männchen, welches das Nest baut, das Weibchen beteiligt sich nur wenig. Das Nest wird meist im oberen Bereich der Voliere in einem Busch angelegt. Ab dem dritten Ei wird fest gebrütet. Ein Gelege umfasst vier bis fünf Eier. Die Brutzeit beträgt 13 bis 15 Tage. Sobald die Jungen geschlüpft sind, suchen die Eltern eifrig nach Insekten wie Kerbtieren. Trockene Laubbaum-Blätter und morsches Holz sind in dieser Phase ideal, da die Vögel darin Futter suchen. Zudem sind die Vögel sehr mit der Nahrungssuche beschäftigt. Die Gefahr mindert sich, dass sie die Jungen zum Nest rauswerfen und sofort wieder mit einer Brut beginnen wollen. Die Jungen betteln laut, so dass sie nicht überhört werden können. In den ersten zehn Tagen werden vor allem Insekten, danach halbreife Sämereien verfüttert. Beide Partner füttern die Jungen. Es muss eine breite Palette von Futter angeboten werden, aber nicht zu viel, weil die Eltern sonst nur das Bevorzugte verabreichen. Die Jungen bleiben 17 bis 21 Tage im Nest, dann fliegen sie aus. Sie sind allerdings noch nicht voll befiedert. Sie fliegen noch nicht gut, klettern aber in Büschen in die Höhe. Bald werden die Jungen initiativer und flattern als Trupp in der Voliere umher. Nach gut zehn Tagen sind die Jungen selbständig. Gerhard Hofmann beschreibt auf hofmann-photography.de die Zucht des Grünen Tropfenastilds sehr detailliert und exakt, eine grosse Hilfe für jede Züchterin und jeden Züchter!

Lustig

Grüne Tropfenastrilde baden so intensiv, dass das Gefieder nach dem Bad fast bis zur Flugunfähigkeit durchnässt ist.

Namensgebung

Gustav Hartlaub führte die Art 1865 in die Wissenschaft ein. Der Deutsche war Arzt, Ornithologe und reiste insbesondere nach Afrika. Das lateinische Wort nitidula heisst zierlich, hübsch, schillernd.

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Besonderheit

Grüne Tropfenastrilde haben eine starke Paarbindung. Sie folgen einander in der Voliere, machen alles gemeinsam. Paare sollten also keinesfalls auseinander gerissen werden.